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Taufbuch, Trauungsbuch, Sterbebuch: was in den Kirchenbüchern steht

Taufbuch, Trauungsbuch, Sterbebuch: Was steht in welchem Kirchenbuch, und wie viel davon können Sie glauben? Diese Seite erklärt die drei Bücher, wie sich ihre Einträge seit dem 16. Jahrhundert verändert haben und welche Angaben verlässlich sind.

Kurz gesagt: Das Taufbuch nennt Kind, Eltern und Paten, das Trauungsbuch Brautleute und Zeugen, das Sterbebuch den Verstorbenen und sein Alter. Vor 1784 sind die Einträge meist kurz und lateinisch; mit dem Patent Josephs II. vom 20. Februar 1784 kamen vorgedruckte Spalten und die deutsche Sprache. Verlässlich ist vor allem, wofür ein Buch geführt wurde: Taufe, Trauung, Begräbnis. Altersangaben und Herkunftsorte beruhen oft nur auf Angaben der Familie.

Wie die Kirchenbücher entstanden

In Österreich heißen die Kirchenbücher Matriken. Das Konzil von Trient schrieb 1563 den katholischen Pfarrern vor, die Namen der Paten im Taufbuch und die Namen der Brautleute und Zeugen im Trauungsbuch festzuhalten. Das Rituale Romanum von 1614 fügte unter anderem das Sterbebuch hinzu. Die ältesten erhaltenen Matriken in Österreich stammen aus dem 16. Jahrhundert, flächendeckend geführt wurden sie erst ab dem 17. Jahrhundert.

Ursprünglich hielten die Bücher kirchliche Handlungen fest: die Taufe, nicht die Geburt; das Begräbnis, nicht unbedingt den Tod. Ab 1784 dienten sie zugleich als staatliche Personenstandsbücher. Das blieb so, bis 1938 die Standesämter eingeführt wurden.

Das Taufbuch

Das Taufbuch ist für die Ahnenforschung das wichtigste Buch, weil es das Kind mit seinen Eltern verbindet. Vor 1784 stehen darin meist nur Name des Kindes, Namen der Eltern und der Paten. Bis ins 18. Jahrhundert ist häufig nur der Tag der Taufe angegeben, nicht der Geburt; getauft wurde aber fast immer am Tag der Geburt oder kurz danach.

Das Patent von 1784 schrieb für das Geburtenbuch feste Spalten vor:

  • Tag, Monat und Jahr der Geburt,
  • Hausnummer,
  • Vorname des Kindes, Geschlecht, eheliche oder uneheliche Geburt,
  • Vor- und Familienname der Eltern und ihre Religion,
  • Vor- und Familienname und Stand (Beruf) der Paten.

Die Paten mussten selbst unterschreiben oder ein Zeichen setzen lassen. Beim unehelichen Kind durfte der Vater nur eingetragen werden, wenn er sich selbst dazu bekannte – mehr dazu auf der Seite Uneheliche Geburt im Kirchenbuch.

Seit dem Dekret „Ne temere“ von 1907/08 wurde es üblich, die Taufpfarre über eine spätere Heirat oder den Tod anderswo zu informieren. In jüngeren Taufbüchern finden Sie deshalb am Rand Vermerke über spätere Ereignisse. Vorher gibt der Taufeintrag keinen Hinweis auf den weiteren Lebensweg.

Das Trauungsbuch

Das Trauungsbuch nennt Bräutigam, Braut und Trauzeugen. In alten Büchern sind genaue Angaben zu den Eltern, zum Geburtsort und zum Beruf der Brautleute Glückssache. Das Patent von 1784 verlangte: Tag, Monat und Jahr der Trauung, Hausnummer, Vor- und Familienname des Bräutigams, Religion, Alter, ob ledig oder verwitwet; dasselbe für die Braut; dazu Namen und Stand der Zeugen.

In jüngeren Trauungseinträgen stehen in der Regel auch die Eltern des Brautpaares. Deshalb ist die Trauung oft der schnellste Weg, eine Generation zurückzukommen: Sie liefert zwei Elternpaare auf einmal. Das Alter der Brautleute grenzt die Suche nach ihren Taufen ein.

Das Sterbebuch

Das Sterbebuch (auch Totenbuch) hält fest, wer gestorben ist und begraben wurde. Achten Sie darauf, ob der Tag des Todes oder der des Begräbnisses eingetragen ist; das Begräbnis fand meist ein, zwei Tage nach dem Tod statt. Ab 1784 waren Tag, Monat und Jahr des Todes, Hausnummer, Name, Religion, Geschlecht und Alter einzutragen. In Orten mit wenigstens einem geprüften Wundarzt musste auch die siebente Spalte ausgefüllt werden: Krankheit oder Todesart.

Den Geburtsort nennt das Sterbebuch meist nicht. Es dient vor allem dazu, Personen auseinanderzuhalten und die Lebensdaten abzugrenzen.

Vor und nach 1784 im Vergleich

vor 1784 ab 1784
Sprache meist Latein grundsätzlich Deutsch
Form Fließtext, Inhalt je nach Pfarrer vorgedruckte Spalten
Taufbuch oft nur Tauftag, Kind, Eltern, Paten Geburtsdatum, Hausnummer, Religion, ehelich oder unehelich, Stand der Paten
Trauungsbuch Eltern, Herkunft und Beruf unsicher Alter, Familienstand, Religion, Hausnummer, Zeugen mit Stand
Sterbebuch Todes- oder Begräbnistag, oft wenig mehr Alter, Hausnummer, Religion, wo möglich Krankheit oder Todesart

In Salzburg, das erst nach dem Wiener Kongress endgültig zu Österreich kam, galten die staatlichen Vorgaben erst ab 1. Mai 1819. Wie Sie die lateinischen Einträge lesen, zeigt Latein im Kirchenbuch; die deutschen Einträge sind meist in Kurrentschrift geschrieben.

Was verlässlich ist und was nicht

Schon 1787 stellte ein Hofdekret klar: Die Tauf-, Trauungs- und Totenbücher verdienen vollen Glauben nur über die Umstände, für die sie errichtet sind, nicht über Nebenumstände, die auf bloßem Angeben beruhen. Für die Forschung heißt das:

  • Verlässlich: dass und wann eine Taufe, Trauung oder Bestattung stattfand, und die Namen der Beteiligten.
  • Mit Vorsicht: Altersangaben im Trauungs- und Sterbebuch. Sie stammen von Angehörigen und können um einige Jahre abweichen. Suchen Sie die Taufe deshalb in einem Zeitraum von mehreren Jahren um das errechnete Jahr.
  • Mit Vorsicht: Herkunftsorte und Berufe. Sie sind Hinweise, die Sie am Taufbuch des genannten Ortes prüfen.
  • Schreibweisen: Namen wurden nach Gehör geschrieben und wechseln, auch Vornamen. Eine Eva Rosina kann an anderer Stelle Euphrosina heißen.

Ein Beispiel mit einer erfundenen Familie: Im Sterbebuch steht Johann Steiner mit „60 Jahre“. Die Taufe findet sich nicht im errechneten Jahr, sondern drei Jahre früher – mit den Eltern, die auch im Trauungseintrag genannt sind. Erst diese Übereinstimmung macht die Verbindung sicher.

Weitere Pfarrbücher, die sich lohnen

Neben den drei Hauptbüchern führten viele Pfarren Firmungsbücher, Verlobungsbücher und vor allem Seelenstandsbücher (lateinisch status animarum): Verzeichnisse der Pfarrangehörigen, oft nach Haushalten geordnet. Sie zeigen, wer zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammen in einem Haus lebte. Ob es solche Bücher für Ihre Pfarre gibt, sehen Sie in der Bücherliste der Pfarre auf dem Portal, siehe Matricula-Anleitung.

Häufige Fragen

Was steht in einem Taufbuch?

Mindestens der Name des Kindes, der Mutter und meist des Vaters sowie der Paten. Ab 1784 zusätzlich Geburtsdatum, Hausnummer, Geschlecht, eheliche oder uneheliche Geburt, Religion der Eltern und Stand der Paten.

Ist im Taufbuch der Geburtstag oder der Tauftag eingetragen?

In älteren Büchern häufig nur der Tauftag. Getauft wurde aber fast immer am Tag der Geburt oder kurz danach. Ab 1784 ist das Geburtsdatum vorgeschrieben.

Warum stehen im Trauungsbuch keine Eltern?

Vor 1784 gab es kein staatlich vorgeschriebenes Formular, und das Formular der Kirche setzte sich in der Praxis nicht durch; ob der Pfarrer die Eltern nannte, lag weitgehend bei ihm. In jüngeren Einträgen stehen sie in der Regel dabei.

Steht im Sterbebuch die Todesursache?

Ab 1784 dort, wo ein geprüfter Wundarzt im Ort war, in einer eigenen Spalte „Krankheit oder Todesart“. Ältere Einträge nennen die Ursache nur ausnahmsweise.

Wie genau sind Altersangaben im Sterbebuch?

Oft nur ungefähr, weil sie auf Angaben der Angehörigen beruhen. Suchen Sie die Taufe in einem Fenster von einigen Jahren um das errechnete Geburtsjahr.

Was ist ein Seelenstandsbuch?

Ein Verzeichnis der Pfarrangehörigen, meist nach Haushalten geordnet. Es zeigt, wer zusammen in einem Haus lebte, und ergänzt die Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher.

Jeder Eintrag abgeschrieben und eingeordnet

In unserem Belegdossier steht jeder Eintrag aus Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch: wörtliche Abschrift, Übersetzung lateinischer Einträge, Fundstelle und Link zum Original. Was unsicher ist, ist als Vermutung gekennzeichnet.

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