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Ahnenforschung in Vorarlberg: Kirchenbücher der Diözese Feldkirch

Ahnenforschung in Vorarlberg: Wo liegen die Kirchenbücher der Diözese Feldkirch, wie sehen Sie sie online ein und welche besonderen Quellen gibt es im Ländle? Diese Seite gibt einen Überblick mit allen wichtigen Fundstellen.

Kurz gesagt: Die Vorarlberger Kirchenbücher sind auf Matricula online – als Digitalisate der Sicherungsfilme des Vorarlberger Landesarchivs. Freigeschaltet sind Taufbücher bis 1925 sowie Trauungs- und Sterbebücher bis 1938, soweit sie verfilmt wurden. Die ältesten Bücher beginnen 1594 in Lingenau, die meisten um 1630. Nicht jede Pfarre ist vollständig online; die Originale liegen großteils in den Pfarren.

Welche Diözese ist zuständig?

Heute ist die Diözese Feldkirch für Vorarlberg zuständig. Sie ist jung: Bis 1818 war das Land kirchlich auf drei ausländische Bistümer aufgeteilt – Chur, Konstanz und Augsburg. Mit der päpstlichen Bulle „Ex imposito“ von 1818 kam Vorarlberg zur Diözese Brixen, die für das Land einen eigenen Generalvikar in Feldkirch bestellte. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Vorarlberg zur Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch, 1964 zur neuen Diözese Innsbruck. Seit 1968 ist Feldkirch eine eigene Diözese.

Für die Suche nach Kirchenbüchern spielt die alte Bistumsgrenze kaum eine Rolle: Die Bücher blieben bei den Pfarren.

Kirchenbücher in Vorarlberg online: Matricula

Das Vorarlberger Landesarchiv begann 1991 auf Initiative des Diözesanarchivs Feldkirch, die Kirchenbücher auf Sicherungsfilm aufzunehmen. Diese Filme – 203 Stück – wurden digitalisiert und stehen auf Matricula frei zur Verfügung. Dazu gehören die katholischen und evangelischen Matriken sowie Matrikenauszüge der Israelitischen Kultusgemeinde Hohenems.

  • Taufbücher sind, soweit verfügbar, bis einschließlich 1925 freigeschaltet,
  • Trauungs- und Sterbebücher bis einschließlich 1938.

Nicht jede Pfarre hat Filme im Landesarchiv. Das Diözesanarchiv Feldkirch digitalisiert deshalb gemeinsam mit dem Landesarchiv nach: Die Dekanate Feldkirch, Rankweil, Dornbirn und Bregenz sind vollständig online, aus dem Dekanat Walgau-Walsertal einzelne Pfarren (Stand 2023). Wie Sie auf Matricula eine Pfarre und ein Buch finden, zeigt unsere Matricula-Anleitung.

Ab wann gibt es Kirchenbücher in Vorarlberg?

Das Konzil von Trient schrieb 1563 Tauf- und Trauungsbücher vor; durchgesetzt hat sich das in den Pfarren erst nach und nach. Die ältesten Vorarlberger Matriken beginnen 1594 in Lingenau, der Großteil setzt um 1630 ein. Für eine Ahnenlinie bis ins 18. Jahrhundert reicht das in aller Regel.

Ältere Einträge sind meist lateinisch und knapp. Mit dem Patent Kaiser Josephs II. vom 20. Februar 1784 führten die Pfarrer die Bücher im staatlichen Auftrag, mit vorgedruckten Spalten und grundsätzlich auf Deutsch, in Kurrentschrift. Hilfe zum Lesen finden Sie unter Kurrentschrift lesen und Latein im Kirchenbuch.

Jüngere Einträge, Sperrfristen und Standesamt

Seit dem Personenstandsgesetz 2013 gelten in Österreich Schutzfristen: Taufbücher 100 Jahre, Trauungsbücher 75 Jahre, Sterbebücher 30 Jahre ab der Eintragung.

  • Kirchliche Einträge, die noch nicht online sind, verwahren die Pfarrämter und das Archiv der Diözese Feldkirch.
  • Ab 1938/39 sind die Bücher der Standesämter zuständig: Ehen werden in Österreich seit 1. August 1938 staatlich geschlossen, Geburten und Sterbefälle seit 1. Jänner 1939 vom Standesamt beurkundet. Die Kirchenbücher ab 1939 sind rein kirchliche Unterlagen.

Besonderheiten der Vorarlberger Ahnenforschung

  • Das Bildsteiner Bruderschaftsbuch: In diesem Band des Landesarchivs sind von 1684 bis 1709 über 42.000 Menschen verzeichnet, die bei Wallfahrten nach Maria Bildstein der Jesus-Maria-Josef-Bruderschaft beitraten – bei damals rund 50.000 Einwohnern Vorarlbergs. Drei Register (zeitlich, nach Namen, nach Orten) stellt das Landesarchiv als PDF bereit.
  • Familienbücher online: Im Projekt „wer-wir-waren“ stellen der Arbeitskreis der Vorarlberger Kommunalarchive, das Bregenzerwald Archiv, das Diözesanarchiv Feldkirch und das Stadtarchiv Dornbirn verknüpfte Familiendaten bereit. Allein das Dornbirner Familienbuch umfasst über 13.500 Familien und mehr als 70.000 Personen von 1500 bis 1920. Auch Lustenau hat ein eigenes Familienbuch.
  • Verlassenschaften: Die meisten genealogischen Angaben außerhalb der Kirchenbücher stecken laut Landesarchiv in den Verlassenschaftsakten der Land- und Bezirksgerichte des 19. Jahrhunderts.
  • Schwabenkinder: Der erste schriftliche Beleg für die Kinderwanderung nach Oberschwaben stammt aus dem Montafon (1625); allein 1836 gingen rund 700 Kinder aus dem Montafon. Wer einen Vorfahren plötzlich in einem schwäbischen Kirchenbuch findet, ist oft auf diese Spur gestoßen.
  • Hofnamen: Wie in Tirol gehen viele Familiennamen auf Höfe zurück; Josef Tarneller hat 1923 rund 4.000 solcher Namen aus Tirol und Vorarlberg beschrieben.
  • Hohenems: Die jüdischen Matriken führte bis 1913 die Kultusgemeinde Hohenems, ab 1914 die Kultusgemeinde Innsbruck für ganz Tirol und Vorarlberg. Die Hohenemser Geburtsbücher beginnen 1821, die Trauungsbücher 1834, die Sterbebücher 1855.

Typische Hürden

  • Lücken online: Bücher von Pfarren ohne Sicherungsfilm sind (noch) nicht auf Matricula. Dann hilft nur die Anfrage beim Pfarramt oder beim Diözesanarchiv Feldkirch.
  • Linien über die Grenze: Vorarlberg grenzt an die Schweiz, Liechtenstein, Bayern und Baden-Württemberg. Eine Linie kann daher in einem Nachbarland weitergehen, etwa im benachbarten Bayern.
  • Gleiche Namen: In manchen Orten dominieren wenige Familiennamen. Hofname, Alter und Paten helfen, Personen sicher zu unterscheiden.

Die wichtigsten Quellen für Vorarlberg

Quelle was Zeitraum online?
Matricula – Vorarlberg (Landesarchiv) katholische und evangelische Matriken, Auszüge der Kultusgemeinde Hohenems ab Beginn (ältestes Lingenau 1594) bis 1925 (Taufen) bzw. 1938 ja, frei
Pfarrämter, Archiv der Diözese Feldkirch Originalbücher, nicht verfilmte Bücher, jüngere Einträge bis heute nein
Standesämter Geburten, Ehen, Sterbefälle ab 1938/39 nein
„wer-wir-waren“, Dornbirner Familienbuch verknüpfte Familiendaten Dornbirn 1500–1920 ja
Bildsteiner Bruderschaftsbuch (Landesarchiv) über 42.000 Bruderschaftsmitglieder 1684–1709 Register als PDF
Verlassenschaftsakten (Landesarchiv) Erben, Vermögen, Familienverhältnisse 19. Jahrhundert im Archiv

Häufige Fragen

Wie finde ich Kirchenbücher in Vorarlberg online?

Auf Matricula unter Österreich – Vorarlberg. Dort sind die Digitalisate der Sicherungsfilme des Landesarchivs nach Pfarren geordnet. Die Nutzung ist kostenlos.

Warum fehlt meine Pfarre auf Matricula?

Nicht jede Pfarre hat Filme im Landesarchiv. Das Diözesanarchiv Feldkirch digitalisiert nach; bis dahin hilft eine Anfrage beim Pfarramt oder beim Diözesanarchiv.

Bis zu welchem Jahr sind die Vorarlberger Matriken online?

Taufbücher bis einschließlich 1925, Trauungs- und Sterbebücher bis einschließlich 1938 – jeweils soweit sie verfilmt sind.

Wie weit reichen die Kirchenbücher in Vorarlberg zurück?

Das älteste Buch beginnt 1594 in Lingenau. In den meisten Pfarren setzen die Bücher um 1630 ein.

Zu welchem Bistum gehörte Vorarlberg früher?

Bis 1818 zu den Bistümern Chur, Konstanz und Augsburg, danach zu Brixen. Seit 1968 gibt es die eigene Diözese Feldkirch.

Gibt es für Vorarlberg fertige Familienbücher?

Für einige Orte ja, etwa das Dornbirner Familienbuch im Projekt „wer-wir-waren“ oder das Lustenauer Familienbuch. Jede Angabe sollten Sie trotzdem im Kirchenbuch prüfen.

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Vorarlberg gehört zum Forschungsgebiet von Ahnenkette aus Schwaz in Tirol. Wir verfolgen Ihre Ahnenlinie über bis zu 8 Generationen – bis zu Ihren 5-fach-Urgroßeltern, die meist zwischen 1750 und 1800 geboren sind – und belegen sie ab den Urgroßeltern im Kirchenbuch: jeder Eintrag mit Abschrift, Übersetzung lateinischer Einträge und Fundstelle mit Link.

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