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Ahnenforschung in Südtirol: Kirchenbücher der Diözese Bozen-Brixen

Ahnenforschung in Südtirol: Wo liegen die Kirchenbücher der Diözese Bozen-Brixen, wie sehen Sie sie online ein und was ändert sich ab 1924? Diese Seite erklärt die Quellen und die typischen Stolpersteine zwischen Brenner und Salurn.

Kurz gesagt: Das Südtiroler Landesarchiv stellt seit März 2022 die Tauf-, Trauungs- und Totenbücher der katholischen Pfarreien der Diözese Bozen-Brixen online – von den Anfängen bis zum 31. Dezember 1923. Die ältesten Bücher stammen aus Stilfes und beginnen 1565. Ab 1. Jänner 1924 führen die Gemeinden die Personenstandsregister nach italienischem Recht. Beglaubigte Auszüge aus den Kirchenbüchern stellen ausschließlich die Pfarrämter aus.

Welche Diözese ist zuständig?

Heute deckt sich die Diözese Bozen-Brixen genau mit der Provinz Bozen, also mit ganz Südtirol. Das ist erst seit 1964 so. Davor gehörte der größte Teil Südtirols zur Diözese Brixen, das Gebiet um Bozen und Meran aber zur Diözese Trient. 1964 kam dieser „Deutsche Anteil“ zu Brixen, die neue Diözese erhielt den Namen Bozen-Brixen; die ladinischen Dekanate Buchenstein und Ampezzo gingen an die Diözese Belluno. Noch weiter zurück wechselte der Vinschgau mehrmals: Bis 1808 gehörte er zum Bistum Chur, danach kurz zu Brixen, ab 1818 großteils zu Trient.

Für die Suche heißt das: Alle Pfarreien im heutigen Südtirol finden Sie im selben Portal, auch wenn sie früher zu Trient oder Chur gehörten. Die Bücher sind bei den Pfarreien geblieben.

Kirchenbücher in Südtirol online: das Portal des Landesarchivs

Unter kirchenbücher-südtirol.findbuch.net stellt das Südtiroler Landesarchiv seit 2. März 2022 die Kirchenbücher der Diözese online:

  • alle als Mikrofilm vorhandenen Tauf-, Trauungs- und Totenbücher der katholischen Pfarreien, von den Anfängen bis zum Stichtag 31. Dezember 1923,
  • die Namensregister (Indices), soweit sie diesen Stichtag nicht überschreiten,
  • seit 2023 auch die Bücher der beiden evangelisch-lutherischen Gemeinden Meran und Bozen-Gries.

Die Bilder gehen auf Mikrofilme zurück, die die Genealogische Gesellschaft von Utah zwischen 1988 und 1991 im Einvernehmen mit der Diözese angefertigt hat. 2016 wurden alle 464.132 Filmaufnahmen digitalisiert. Vorher waren sie nur an Lesegeräten im Landesarchiv in Bozen zugänglich. Auf Matricula finden Sie für Südtirol nur einen Verweis auf dieses Portal; wie Matricula sonst funktioniert, zeigt unsere Matricula-Anleitung.

Ab wann gibt es Kirchenbücher in Südtirol?

Das Konzil von Trient schrieb 1563 Tauf- und Trauungsbücher vor. Die ältesten erhaltenen Südtiroler Bücher beginnen nur zwei Jahre später: in Stilfes 1565. Ab dem 17. Jahrhundert sind die Bücher nach Angaben des Landesarchivs sehr breit überliefert. Eine Ahnenlinie über acht Generationen reicht bis zu den 5-fach-Urgroßeltern, die meist zwischen 1750 und 1800 geboren sind; sie lässt sich in Südtirol daher meist aus den Kirchenbüchern belegen.

Südtirol gehörte bis 1919 zu Österreich. Deshalb galten hier dieselben Regeln wie in Nordtirol: Mit dem Patent Kaiser Josephs II. vom 20. Februar 1784 wurden die Kirchenbücher einheitlich geführt und dienten von 1784 bis 1923 zugleich als staatliche Personenstandsregister. Ältere Einträge sind oft lateinisch, jüngere meist deutsch in Kurrentschrift – Hilfe bieten unsere Seiten Latein im Kirchenbuch und Kurrentschrift lesen.

Ab 1924: Pfarramt und Gemeinde

Mit 1. Jänner 1924 wurden in Südtirol Zivilstandsregister der Gemeinden nach italienischem Recht eingeführt. Seither sind Kirchenbuch und staatliches Register getrennt. Für Ihre Eltern und Großeltern heißt das:

  • Geburten, Ehen und Sterbefälle ab 1924 beurkundet die Gemeinde (Standesamt) des Ereignisortes.
  • Die kirchlichen Einträge ab 1924 sind nicht online. Auskünfte, beglaubigte Auszüge und Abschriften aus den Kirchenbüchern – auch aus den älteren – erteilen ausschließlich die Pfarrämter.

Besonderheiten der Südtiroler Ahnenforschung

  • Ortsnamen: Italienische Ortsnamen sind erst seit einem Dekret von 1923 amtlich. Heute gelten deutsche und italienische Namen nebeneinander, in den ladinischen Tälern auch ladinische. In den alten Kirchenbüchern stehen die historischen Namen – eine italienische Urkunde nennt denselben Ort oft ganz anders.
  • Hofnamen: Wie in Nordtirol gehen viele Familiennamen auf Höfe zurück; Josef Tarneller hat 1923 rund 4.000 solcher Namen aus Tirol und Vorarlberg beschrieben. Wer auf einen Hof einheiratete, wird im Kirchenbuch manchmal nach dem Hof benannt. Mehr dazu unter Hofnamen und Vulgonamen.
  • Verfachbücher: Die Urkundenbücher der alten Gerichte – mit Übergaben, Erbschaften und Käufen – verwahrt für das Gebiet der heutigen Provinz das Südtiroler Landesarchiv.
  • Wanderungen: Aus dem Vinschgau – vor allem aus Prad, St. Valentin, Graun und Reschen – zogen bis ins frühe 20. Jahrhundert Kinder als „Schwabenkinder“ zur Saisonarbeit nach Oberschwaben. Nach der Option von 1939 wanderten bis 1943 rund 75.000 Südtirolerinnen und Südtiroler ins Deutsche Reich ab, vor allem ins heutige Tirol und nach Vorarlberg; nach 1948 kehrten etwa 20.000 bis 25.000 zurück.

Typische Hürden

  • Nicht alles wurde verfilmt: Bei der Verfilmung 1988–1991 fehlten manche Bücher. Für sechs Pfarreien (Kuens, Laurein, Lengstein, Proveis, Schweinsteg, Teis) wurde 2002–2004 nachgefilmt, Lücken bleiben dennoch.
  • Der Stichtag 1923: Wer nach 1923 geboren ist, steht nicht im Portal. Die jüngsten Generationen müssen Sie über Familienunterlagen, Gemeinde oder Pfarramt schließen.
  • Linien ins Trentino: Für die Diözese Trient gibt es mit „Nati in Trentino“ einen Index der Geburten 1815–1923, die Bilder der Bücher sind dort aber nicht frei online.
  • Gleiche Namen: In kleinen Dörfern tragen viele Familien denselben Namen. Hofname, Alter und Paten helfen bei der Zuordnung.

Die wichtigsten Quellen für Südtirol

Quelle was Zeitraum online?
Kirchenbücher Südtirol (Südtiroler Landesarchiv) Tauf-, Trauungs- und Totenbücher aller katholischen Pfarreien der Diözese Bozen-Brixen, Namensregister ab Beginn (ältestes Stilfes 1565) bis 31.12.1923 ja
Evangelisch-lutherische Gemeinden Meran und Bozen-Gries Kirchenbücher – ja, seit 2023
Pfarrämter Originalbücher, beglaubigte Auszüge, Einträge ab 1924 bis heute nein
Gemeinden (Standesamt) Zivilstandsregister: Geburten, Ehen, Sterbefälle ab 1.1.1924 nein
Verfachbücher (Südtiroler Landesarchiv) Übergaben, Erbschaften, Käufe bis zur Umstellung auf das Grundbuch im Archiv
Nati in Trentino Index der Geburten in der Diözese Trient (Nachbarregion) 1815–1923 ja, nur Index

Häufige Fragen

Wie finde ich Kirchenbücher in Südtirol online?

Über das Portal „Kirchenbücher Südtirol“ des Südtiroler Landesarchivs (kirchenbücher-südtirol.findbuch.net). Dort sind die Bücher nach Pfarreien geordnet, von den Anfängen bis Ende 1923.

Warum enden die Südtiroler Kirchenbücher online mit 1923?

Der 31. Dezember 1923 ist der Stichtag, bis zu dem die Bücher veröffentlicht werden. Zugleich endet damit die Zeit, in der die Kirchenbücher auch staatliche Register waren: Ab 1924 führen die Gemeinden die Personenstandsregister.

Sind die Südtiroler Kirchenbücher auf Matricula?

Nein, Matricula verweist für Südtirol nur auf das Portal des Landesarchivs. Die Bilder liegen dort.

Meine Vorfahren stammen aus Bozen oder Meran – suche ich in Trient?

Nein. Das Gebiet gehörte bis 1964 zur Diözese Trient, seine Pfarreien gehören aber heute zur Diözese Bozen-Brixen und sind im Südtiroler Portal enthalten.

Wo bekomme ich Daten nach 1923?

Staatliche Einträge ab 1924 bei der Gemeinde des Ereignisortes, kirchliche Einträge beim Pfarramt. Beglaubigte Auszüge aus den Kirchenbüchern stellen nur die Pfarrämter aus.

Meine Großeltern sind als Optanten nach Nordtirol gezogen – wo suche ich?

Die Ereignisse nach der Umsiedlung (Heirat, Geburt der Kinder) finden Sie in Nordtirol oder Vorarlberg, die Generationen davor in den Südtiroler Kirchenbüchern der Herkunftspfarrei.

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Ihre Südtiroler Linie, belegt aus dem Kirchenbuch

Südtirol gehört zum Forschungsgebiet von Ahnenkette – gleich neben unserem Heimatgebiet Tirol, mit derselben Schrift und denselben Formularen bis 1923. Wir verfolgen Ihre Ahnenlinie über bis zu 8 Generationen und belegen sie ab den Urgroßeltern im Kirchenbuch: jeder Eintrag mit Abschrift, Übersetzung lateinischer Einträge und Fundstelle.

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