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Ahnenforschung in Tirol: Kirchenbücher von Nord- und Osttirol finden

Ahnenforschung in Tirol: Wo liegen die Kirchenbücher von Nord- und Osttirol, wie sehen Sie sie online ein und wie weit reichen sie zurück? Diese Seite erklärt die Quellen, die Zuständigkeit der Diözesen und die typischen Hürden.

Kurz gesagt: Die Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher aller katholischen Pfarren Tirols sind über „Matriken Tirol Online“ des Tiroler Landesarchivs kostenlos im Internet einsehbar – Taufbücher bis 1923, Trauungs- und Sterbebücher bis 1938. Das gilt für die Diözese Innsbruck (mit Osttirol) ebenso wie für den Tiroler Teil der Erzdiözese Salzburg östlich des Zillers. Die ältesten Bücher beginnen im 16. Jahrhundert, viele weitere setzen im 17. Jahrhundert ein. Für jüngere Einträge sind das Pfarramt und ab 1938/39 das Standesamt zuständig.

Welche Diözese ist zuständig? Innsbruck, Salzburg und die Geschichte dahinter

Das Bundesland Tirol ist kirchlich zweigeteilt. Der größte Teil – das westliche und mittlere Nordtirol sowie ganz Osttirol – gehört zur Diözese Innsbruck. Die Grenze zur Erzdiözese Salzburg bildet der Ziller im Zillertal: Das Gebiet östlich davon, das sogenannte Tiroler Unterland mit den Dekanaten Brixen im Thale, Kufstein, St. Johann in Tirol, Reith im Alpbachtal und Zell am Ziller, ist bis heute Salzburger Diözesangebiet.

Früher war die Aufteilung bunter. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts gehörten Teile des heutigen Tirol zu Brixen, Salzburg und Trient, kleinere Gebiete auch zu Augsburg, Chur und Freising. In Osttirol unterstanden Matrei, große Teile des Defereggentals und Nikolsdorf lange Salzburg; das Land rechts der Drau gehörte bis 1751 zum Patriarchat Aquileia. Ab 1814 lag Osttirol einheitlich in der Diözese Brixen. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand für den österreichischen Teil Brixens die Apostolische Administratur Innsbruck-Feldkirch, 1964 daraus die Diözese Innsbruck.

Für Ihre Suche ist das weniger kompliziert, als es klingt: Die Bücher blieben bei den Pfarren, und beide Tiroler Diözesanteile sind im selben Portal online.

Kirchenbücher in Tirol online: Matriken Tirol Online

Seit Dezember 2015 stellt das Tiroler Landesarchiv die Matriken (so heißen die Kirchenbücher in Österreich) unter Matriken Tirol Online ins Netz. Enthalten sind die Bücher der katholischen Pfarren der Diözese Innsbruck und des Tiroler Anteils der Erzdiözese Salzburg sowie der Evangelischen Pfarrgemeinde Innsbruck-Christuskirche. Bilder und Daten stellt das Land kostenlos zur Verfügung.

  • Taufbücher sind bis einschließlich 1923 online,
  • Trauungs- und Sterbebücher bis einschließlich 1938.

Die Bilder stammen von Mikrofilmen, die das Landesarchiv seit den 1970er-Jahren von den Kirchenbüchern angefertigt hat. Die Originale liegen weiterhin in den Pfarren. Auf Matricula, dem Portal der meisten anderen österreichischen Diözesen, finden Sie für Tirol nur Verweise auf das Landesportal. Wie Sie sich auf Matricula zurechtfinden, erklärt unsere Matricula-Anleitung.

Ab wann gibt es Kirchenbücher in Tirol?

Den Anstoß gab das Konzil von Trient, das 1563 den Pfarrern Tauf- und Trauungsbücher vorschrieb. In der Diözese Brixen setzte sich das nur langsam durch: Noch 1603 musste eine Synode unter Strafandrohung verlangen, dass jeder Pfarrer und Kurat diese Bücher anlegt. Sterbebücher kamen mit dem Rituale Romanum von 1614 allgemein hinzu.

Das älteste Kirchenbuch der Diözese Innsbruck stammt aus Matrei in Osttirol (1558). Nach einer Erhebung des Tiroler Landesarchivs aus den 1980er-Jahren begannen 26 Tiroler Seelsorgestellen – fast durchwegs alte Pfarren – schon vor 1600 mit der Buchführung, fast ein Drittel in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Für eine Ahnenlinie bis ins 18. Jahrhundert reicht das meist gut aus.

Bis weit ins 18. Jahrhundert sind die Einträge meist lateinisch und oft knapp: Im Taufbuch steht häufig nur der Tauftag, nicht der Geburtstag, und im Trauungsbuch fehlen manchmal Eltern und Herkunft der Brautleute. Mit dem Patent Kaiser Josephs II. vom 20. Februar 1784 wurden die Bücher zu staatlichen Personenstandsbüchern mit vorgedruckten Spalten; geschrieben wurde nun grundsätzlich deutsch, in Kurrentschrift. Hilfe zum Lesen finden Sie unter Kurrentschrift lesen und Latein im Kirchenbuch.

Jüngere Einträge, Sperrfristen und Standesamt

Für Matriken gelten in Österreich Schutzfristen: Taufbücher 100 Jahre, Trauungsbücher 75 Jahre, Sterbebücher 30 Jahre seit der Eintragung. Deshalb enden die Taufbücher online derzeit mit 1923.

  • Taufen ab 1924 und alle kirchlichen Einträge nach 1938 erfragen Sie beim zuständigen Pfarramt. Innerhalb der Schutzfrist bekommen Sie in der Regel nur Auskunft über sich selbst und Ihre direkten Vorfahren.
  • Standesamt: In Österreich werden Ehen seit 1. August 1938 vor staatlichen Stellen geschlossen; Geburten und Sterbefälle beurkunden die Standesämter seit 1. Jänner 1939. Für Ihre Eltern und Großeltern ist daher oft das Standesamt der richtige Weg.

Besonderheiten der Tiroler Ahnenforschung

  • Kuratien und Vikariate: Nicht nur Pfarren führten Bücher. Sobald ein Kurat, Vikar oder Lokalkaplan selbständig die Seelsorge ausübte, führte er auch eigene Matriken. Eine Reihe von Seelsorgen entstand erst unter Joseph II.; ihre Bücher beginnen meist um 1784, frühere Einträge stehen in der Mutterpfarre.
  • Hofnamen: Viele Tiroler Familiennamen gehen auf Hofnamen zurück – Josef Tarneller hat schon 1923 rund 4.000 solcher Namen aus Tirol und Vorarlberg gesammelt. Wer auf einen Hof einheiratete, wird im Kirchenbuch manchmal nach dem Hof genannt. Mehr dazu unter Hofnamen und Vulgonamen.
  • Verfachbücher: Sie waren in Tirol bis ins frühe 20. Jahrhundert das Grundbuch und enthalten Übergaben, Heiratsverträge und Verlassenschaften – eine Ergänzung, wenn das Kirchenbuch schweigt. Sie liegen im Tiroler Landesarchiv, ebenso die Steuerkataster, die seit 1627 Höfe und Grundstücke verzeichnen.
  • Wanderungen: 1684 mussten rund 900 Protestanten das Defereggental verlassen; 1837 wanderten 427 Zillertaler Protestanten aus, die meisten nach Schlesien. Kinder aus Tirol zogen als „Schwabenkinder“ jahrhundertelang zur Saisonarbeit nach Oberschwaben. Nach der Option von 1939 kamen bis 1943 rund 75.000 Menschen aus Südtirol ins Deutsche Reich, viele nach Tirol – solche Linien führen nach Südtirol.

Typische Hürden

  • Verlorene Bücher: Krieg, Brand und Nachlässigkeit haben Lücken gerissen, etwa in Schwaz (Krieg 1809), Zirl (Brand 1748) oder Haiming (Brand 1761). Abschriften (Duplikate) der Matriken wurden in der Diözese Innsbruck nicht angefertigt; fehlt ein Buch, gibt es meist keinen Ersatz.
  • Die richtige Pfarre: Gemeinde und Pfarre decken sich oft nicht. Ein Weiler kann zu einer Pfarre im Nachbarort gehört haben.
  • Gleiche Namen: In kleinen Tälern heißen viele Familien gleich. Ohne Hofname, Alter oder Paten ist die Zuordnung unsicher.

Die wichtigsten Quellen für Tirol

Quelle was Zeitraum online?
Matriken Tirol Online (Tiroler Landesarchiv) Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher der katholischen Pfarren beider Diözesen; evangelische Pfarre Innsbruck ab Beginn (ältestes 1558) bis 1923 (Taufen) bzw. 1938 ja, kostenlos
Pfarrämter Originalbücher, Einträge innerhalb der Schutzfrist, Taufscheine bis heute nein
Standesämter Geburten, Ehen, Sterbefälle Ehen ab 1.8.1938, sonst ab 1.1.1939 nein
Verfachbücher (Tiroler Landesarchiv) Übergaben, Heiratsverträge, Verlassenschaften bis zur Umstellung auf das Grundbuch (je Gericht zwischen etwa 1900 und 1933) im Archiv
Steuerkataster (Tiroler Landesarchiv) Höfe, Grundstücke, Flurnamen seit 1627 im Archiv
Matriken der Israelitischen Kultusgemeinden Hohenems und Innsbruck Geburten, Trauungen, Sterbefälle ab 1821 bzw. 1834, 1855; Innsbruck ab 1914 Kopien im Tiroler Landesarchiv

Häufige Fragen

Wie finde ich Kirchenbücher in Tirol online?

Über „Matriken Tirol Online“ des Tiroler Landesarchivs. Dort wählen Sie die Pfarre und das Buch. Die Nutzung ist kostenlos; Taufbücher sind bis 1923, Trauungs- und Sterbebücher bis 1938 freigegeben.

Warum finde ich Tiroler Pfarren nicht direkt auf Matricula?

Tirol hat ein eigenes Portal. Matricula verweist für Tirol nur auf Matriken Tirol Online; die Bilder selbst liegen beim Land Tirol.

Gehört mein Ort zur Diözese Innsbruck oder zu Salzburg?

Orte östlich des Zillers (etwa Kufstein, Kitzbühel, St. Johann, Zell am Ziller) gehören zur Erzdiözese Salzburg, der übrige Teil Nordtirols und ganz Osttirol zur Diözese Innsbruck. Für die Suche spielt das kaum eine Rolle: Beide Teile sind im selben Portal.

Wo finde ich die Kirchenbücher von Osttirol?

Osttirol gehört heute zur Diözese Innsbruck; seine Pfarren sind in Matriken Tirol Online enthalten. Früher teilten sich Salzburg, Brixen und Aquileia das Gebiet – das betrifft aber nicht den Ort, an dem die Bücher heute liegen.

Wie weit reichen die Tiroler Kirchenbücher zurück?

Das älteste Buch stammt aus Matrei in Osttirol (1558). 26 Seelsorgestellen begannen schon vor 1600, fast ein Drittel in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Seelsorgen, die erst unter Joseph II. entstanden, haben Bücher meist ab etwa 1784.

Wo bekomme ich Taufen nach 1923?

Beim zuständigen Pfarramt; für Geburten ab 1939 beim Standesamt. Innerhalb der Schutzfristen erhalten Sie in der Regel nur Auskunft über sich selbst und Ihre direkten Vorfahren.

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Ahnenkette sitzt in Schwaz und forscht in den Tiroler Matriken von Nord- und Osttirol ebenso wie in den Nachbargebieten. Wir verfolgen Ihre Ahnenlinie über bis zu 8 Generationen zurück – bis zu Ihren 5-fach-Urgroßeltern, die meist zwischen 1750 und 1800 geboren sind – und belegen sie ab den Urgroßeltern im Kirchenbuch: jeder Eintrag mit Abschrift, Übersetzung lateinischer Einträge und Fundstelle.

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