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Ahnenforschung in Salzburg: Kirchenbücher der Erzdiözese finden und lesen

Ahnenforschung in Salzburg: Wo liegen die Kirchenbücher der Erzdiözese Salzburg, wie sehen Sie sie online ein und was gilt für den Tiroler Teil der Erzdiözese und den Rupertiwinkel? Hier finden Sie die wichtigsten Quellen im Überblick.

Kurz gesagt: Die Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher der Pfarren im Land Salzburg sind kostenlos auf dem Portal Matricula zu sehen. Die Pfarren im Tiroler Teil der Erzdiözese (etwa Kufstein, Kitzbühel, Brixental, Zillertal östlich des Ziller) finden Sie dagegen bei Matriken Tirol Online. Flächendeckend beginnen die Bücher im 17. Jahrhundert. Jüngere Einträge sind gesperrt; ab 1939 ist das Standesamt zuständig.

Kirchenbücher aus Salzburg online: Matricula

Die wichtigste Quelle der Ahnenforschung sind die Matriken – so heißen in Österreich die Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher der Pfarren. Für das Land Salzburg stellt das Archiv der Erzdiözese Salzburg sie auf dem Portal Matricula zur Verfügung. Die Erzdiözese hat dafür 3.248 Bücher mit rund 1,16 Millionen Seiten digitalisieren lassen. Die Einsicht ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

So gehen Sie vor:

  1. Stellen Sie fest, zu welcher Pfarre der Wohnort Ihrer Vorfahren gehörte. Kleine Orte und Weiler hatten meist keine eigene Pfarre.
  2. Öffnen Sie auf Matricula die Pfarre und wählen Sie die Buchart (Taufe, Trauung, Tod) und den Zeitraum.
  3. Blättern Sie zum gesuchten Jahr. Manche Bände haben ein Namensregister (Index) am Anfang oder am Ende.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern finden Sie in unserer Matricula-Anleitung. Die Einträge sind in Kurrentschrift und in älteren Büchern oft auf Latein geschrieben – Hilfe dazu bieten die Seiten Kurrentschrift lesen und Latein im Kirchenbuch.

Tiroler Teil der Erzdiözese und Rupertiwinkel: die Pfarrgrenzen beachten

Kirchliche und politische Grenzen decken sich in Salzburg nicht. Das hat Folgen dafür, wo Sie suchen müssen.

  • Tiroler Teil der Erzdiözese: Zur Erzdiözese Salzburg gehören auch die fünf Tiroler Dekanate Brixen im Thale, Kufstein, Reith im Alpbachtal, St. Johann in Tirol und Zell am Ziller – im Zillertal die Orte östlich des Ziller. Deren Bücher sind nicht auf Matricula, sondern bei Matriken Tirol Online des Tiroler Landesarchivs zu sehen. Mehr dazu auf unserer Seite Ahnenforschung in Tirol.
  • Rupertiwinkel: Das Gebiet westlich der Salzach um Laufen, Tittmoning und Freilassing gehörte früher zu Salzburg, kam 1810 mit dem ganzen Land an Bayern und blieb 1816 bayerisch, als der Rest Salzburgs an Österreich ging. Kirchlich gehört es seit 1821 zum Erzbistum München und Freising. Die Bücher dieser Pfarren finden Sie auf Matricula daher beim Archiv des Erzbistums München und Freising (siehe Ahnenforschung in Bayern).

Salzburg war bis 1803 ein eigenständiges geistliches Fürstentum und kam erst 1816 endgültig zu Österreich. Wer in alten Unterlagen auf „Erzstift Salzburg“ oder auf bayerische Behörden stößt, hat sich also nicht verlesen.

Angrenzende Gebiete: Tirol, Bayern, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten und Südtirol.

Ab wann gibt es Kirchenbücher – und bis wann sind sie zugänglich?

Laut Erzdiözese reichen die Matriken vereinzelt bis ins späte 16. Jahrhundert zurück, flächendeckend überliefert sind sie ab dem 17. Jahrhundert. Die ältesten verwahrt die Dompfarre Salzburg, mit Taufen ab 1575. Für eine Linie über acht Generationen, deren älteste Personen meist zwischen 1750 und 1800 geboren sind, sind die Bücher also in der Regel vorhanden.

Für jüngere Einträge gelten in ganz Österreich Sperrfristen nach dem Personenstandsgesetz:

  • Taufbücher: 100 Jahre
  • Trauungsbücher: 75 Jahre
  • Sterbebücher: 30 Jahre

Online sind deshalb Taufbücher bis in die 1920er-Jahre und Trauungs- und Sterbebücher bis 1938. Danach übernahm der Staat: Trauungen beurkunden seit 1. August 1938 staatliche Stellen, Geburten und Sterbefälle seit 1. Jänner 1939 die Standesämter. Für Einträge ab diesem Zeitpunkt wenden Sie sich an das Standesamt des Ereignisortes.

Die Salzburger Emigration 1731/32

Ein Einschnitt, der in vielen Familiengeschichten nachwirkt: Mit dem Emigrationspatent vom 31. Oktober 1731 zwang Fürsterzbischof Leopold Anton von Firmian die evangelischen Untertanen, das Land zu verlassen. Rund 20.000 Menschen verließen in den Jahren 1731 und 1732 das Land, vor allem aus dem Pongau und Pinzgau. Die meisten zogen nach Ostpreußen; kleinere Gruppen kamen in die Niederlande und nach Georgia in Nordamerika. Schon 1684/85 waren Protestanten aus dem Defereggental und ab 1686 vom Dürrnberg vertrieben worden.

Für die Forschung heißt das:

  • Die Familien der Emigranten stehen bis zur Auswanderung in den katholischen Salzburger Büchern – eigene evangelische Bücher gab es damals nicht.
  • Nach 1732 führt die Spur ins Ausland. Für die Emigranten in Ostpreußen gibt es gedruckte Namenslisten, die den Weg zurück in die Salzburger Heimatpfarre erleichtern.
  • Eine evangelische Gemeinde entstand in der Stadt Salzburg erst 1863. Bis dahin gab es im Land keine evangelische Pfarre mit eigenen Büchern.

Typische Hürden bei der Ahnenforschung in Salzburg

  • Uneheliche Geburten: Salzburg zählt mit Kärnten und der Steiermark zu den traditionellen Kerngebieten der Unehelichkeit. Bei einem ledigen Kind fehlt im Taufbuch oft der Vater; die Linie lässt sich dann meist nur über die Mutter fortsetzen.
  • Falsches Portal: Wer eine Pfarre im Tiroler Teil oder im Rupertiwinkel auf der Salzburger Matricula-Seite sucht, findet sie nicht (siehe oben).
  • Schrift und Sprache: Ältere Einträge sind lateinisch und stark abgekürzt, die jüngeren in Kurrent geschrieben.

Die wichtigsten Quellen im Überblick

Quelle was Zeitraum online?
Matriken der Erzdiözese Salzburg (Land Salzburg) Tauf-, Trauungs-, Sterbebücher vereinzelt spätes 16. Jh., flächendeckend ab 17. Jh. bis zur Sperrfrist ja, kostenlos auf Matricula
Matriken Tirol Online (Tiroler Teil der Erzdiözese) Tauf-, Trauungs-, Sterbebücher Taufen bis 1923, Trauungen und Sterbefälle bis 1938 ja, kostenlos
Archiv des Erzbistums München und Freising (Rupertiwinkel) Tauf-, Trauungs-, Sterbebücher nach den Regeln des Erzbistums ja, auf Matricula
Jüngere Matriken gesperrte Einträge Taufen jünger als 100, Trauungen jünger als 75 Jahre nein, Anfrage beim Archiv der Erzdiözese oder beim Pfarramt
Standesamt Personenstandsbücher Ehen ab 1.8.1938, Geburten und Sterbefälle ab 1.1.1939 nein

Häufige Fragen

Wo finde ich Kirchenbücher aus Salzburg online?

Auf dem Portal Matricula unter „Österreich – Salzburg“. Die Einsicht ist kostenlos. Für Pfarren im Tiroler Teil der Erzdiözese nutzen Sie Matriken Tirol Online, für den Rupertiwinkel die Seite des Erzbistums München und Freising auf Matricula.

Warum finde ich Kitzbühel oder Zell am Ziller nicht auf Matricula?

Diese Pfarren gehören zwar zur Erzdiözese Salzburg, liegen aber in Tirol. Ihre Bücher sind über Matriken Tirol Online des Tiroler Landesarchivs zugänglich.

Ab wann gibt es Taufbücher in Salzburg?

Vereinzelt ab dem späten 16. Jahrhundert, in der Fläche ab dem 17. Jahrhundert. Wann die Bücher einer bestimmten Pfarre beginnen, sehen Sie in der Bücherliste der Pfarre auf Matricula.

Meine Vorfahren waren Salzburger Emigranten – wo suche ich?

Vor 1732 in den katholischen Büchern der Heimatpfarre, meist im Pongau oder Pinzgau. Danach in den Kirchenbüchern des Ziellandes, vor allem Ostpreußens. Gedruckte Emigrantenlisten helfen, die Heimatpfarre zu finden.

Wie komme ich an einen Taufeintrag, der jünger als 100 Jahre ist?

Solche Einträge sind gesperrt und nicht online. Für Geburten ab 1939 ist das Standesamt zuständig; für ältere gesperrte Einträge fragen Sie beim Archiv der Erzdiözese oder beim Pfarramt an, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie Einsicht erhalten.

Ahnenforschung in Salzburg im Auftrag

Ahnenkette forscht in allen Pfarren der Erzdiözese Salzburg – im Land Salzburg ebenso wie im Tiroler Teil und im Rupertiwinkel. Sie erhalten eine Ahnenlinie über bis zu 8 Generationen zum Festpreis von 199 € inkl. USt, ab den Urgroßeltern im Kirchenbuch belegt, jeder Eintrag mit Abschrift, Übersetzung lateinischer Einträge und Fundstelle.

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