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Ahnenforschung in Oberösterreich: Kirchenbücher der Diözese Linz

Ahnenforschung in Oberösterreich: Wo finden Sie die Kirchenbücher der Diözese Linz, was ist online, und warum sehen Sie ab 1820 meist nur Abschriften? Hier sind die wichtigsten Quellen und Stolpersteine erklärt.

Kurz gesagt: Die Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher aller oberösterreichischen Pfarren sind kostenlos auf dem Portal Matricula zu sehen – vom Beginn bis 1938. Bis 1820 sind es die Originalbücher, danach die sogenannten Duplikate, also jährliche Abschriften. Viele Pfarren haben Bücher aus dem 17. Jahrhundert, einige sogar aus dem 16. Wer evangelische Vorfahren hat, muss die Geschichte der Geheimprotestanten kennen.

Kirchenbücher aus Oberösterreich online: Matricula

Die Matriken – so heißen in Österreich die Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher – der katholischen Pfarren Oberösterreichs gehören zur Diözese Linz. Das Oberösterreichische Landesarchiv hat sie gemeinsam mit dem Diözesanarchiv Linz vollständig digitalisiert. Seit 2011 (Bücher bis 1820) bzw. 2014 (Duplikate ab 1820) sind sie auf dem Portal Matricula frei zugänglich, ohne Anmeldung und ohne Kosten.

Die Originalbücher selbst liegen in den Pfarrbüros oder im Diözesanarchiv Linz. Ein Besuch im Archiv ist nur nach bestätigter Anmeldung möglich; für die meisten Fragen reicht aber die Online-Fassung.

So gehen Sie vor:

  1. Bestimmen Sie die Pfarre, zu der der Wohnort Ihrer Vorfahren gehörte – oft ist das nicht die heutige Gemeinde.
  2. Wählen Sie auf Matricula die Pfarre und die Buchart (Taufe, Trauung, Tod).
  3. Prüfen Sie, ob es für den Zeitraum ein Namensverzeichnis gibt. Für Oberösterreich wurden, soweit vorhanden, die Register bis etwa 1940 mit digitalisiert.

Wie die Suche auf Matricula Schritt für Schritt funktioniert, zeigt unsere Matricula-Anleitung. Zum Lesen der Einträge helfen die Seiten Kurrentschrift lesen und Latein im Kirchenbuch.

Original oder Duplikat? Die Besonderheit Oberösterreichs

Auf Matricula finden Sie für jede Pfarre zwei Arten von Büchern:

  • Originalbücher vom Beginn bis zu jenem Band, der das Jahr 1820 enthält.
  • Duplikate ab 1819 bis 1938: Zweitschriften, die der Pfarrer am Jahresende aus dem Original abschrieb und an die Behörde schickte. Sie liegen heute im Oberösterreichischen Landesarchiv.

Für die Zeit nach 1820 sehen Sie also meist eine Abschrift. Das ist für die Forschung gut brauchbar, hat aber einen Haken: Duplikate sind keine vollständigen Kopien. Spätere Zusätze – etwa die nachträgliche Legitimation eines unehelichen Kindes oder ein Sterbevermerk im Taufbuch – wurden ins Original eingetragen, als das Duplikat längst abgeliefert war. Solche Randvermerke fehlen daher oft. Bei Zweifeln lohnt sich eine Anfrage nach dem Originaleintrag beim Pfarramt.

Ab wann gibt es Kirchenbücher – und bis wann sind sie zugänglich?

Oberösterreich gehört zu den Ländern mit frühen Büchern: Nach Angaben des Diözesanarchivs Linz beginnen die Matriken in 24 Pfarrorten schon im 16. Jahrhundert, am frühesten in Grieskirchen (1568). Die Diözese nennt etwa auch Taiskirchen mit Einträgen ab 1581. In den meisten Pfarren setzen die Bücher im Lauf des 17. Jahrhunderts ein. Eine Übersicht zum Matrikenbeginn je Pfarre bietet die Diözese Linz zum Herunterladen an.

Für jüngere Einträge gelten in ganz Österreich Sperrfristen nach dem Personenstandsgesetz: Taufbücher 100 Jahre, Trauungsbücher 75 Jahre, Sterbebücher 30 Jahre. Ab 1938/39 führt der Staat die Personenstandsbücher: Ehen beurkunden seit 1. August 1938 staatliche Stellen, Geburten und Sterbefälle seit 1. Jänner 1939 die Standesämter.

Die Diözese Linz besteht erst seit 1785. Vorher gehörten die Pfarren Oberösterreichs zum Bistum Passau. Die Kirchenbücher aus der Zeit davor finden Sie trotzdem bei der Diözese Linz auf Matricula, nicht bei Passau.

Geheimprotestanten und Toleranzgemeinden

Ab 1624 war der evangelische Glaube in Oberösterreich verboten. Trotzdem hielten ihn viele Familien rund 150 Jahre lang im Verborgenen am Leben – vor allem im Salzkammergut und im Hausruckviertel. Hartnäckige Protestanten wurden zwangsweise nach Siebenbürgen umgesiedelt: 1734 bis 1737 rund 560 Menschen aus dem Salzkammergut, 1752 bis 1757 noch einmal über 2.000, vor allem aus der Gegend von Schwanenstadt, Ohlsdorf und Gmunden.

Mit dem Toleranzpatent vom 13. Oktober 1781 durften Evangelische wieder eigene Gemeinden gründen. In Oberösterreich entstanden die Toleranzgemeinden Wels, Thening, Scharten, Eferding, Wallern, Neukematen, Goisern, Gosau und Rutzenmoos.

Was das für die Suche bedeutet:

  • Vor 1781 gab es offiziell keine Evangelischen. Taufen, Trauungen und Begräbnisse auch der heimlichen Protestanten stehen – soweit überhaupt verzeichnet – in den katholischen Büchern.
  • 1781 bis 1849 führten die evangelischen Pfarrer eigene Bücher, rechtlich galten aber die katholischen. Evangelische Taufen, Trauungen und Sterbefälle mussten daher zusätzlich in der katholischen Pfarre eingetragen werden, mit dem Vermerk „evangelisch“. Das klappte nicht überall: Für Rutzenmoos fehlen vor etwa 1829 manche Einträge in den katholischen Büchern.
  • Ab 1849 waren die evangelischen Matriken den katholischen gleichgestellt. Die Bücher der evangelischen Gemeinden Oberösterreichs sind ebenfalls auf Matricula (Evangelische Kirche A.B. Oberösterreich).

Das Innviertel: bis 1779 bayerisch

Das Innviertel gehörte bis 1779 zu Bayern und kam erst mit dem Frieden von Teschen zu Oberösterreich; von 1810 bis 1816 war es noch einmal bayerisch. Die Kirchenbücher der Innviertler Pfarren finden Sie trotzdem bei der Diözese Linz auf Matricula. Stammt ein Vorfahr aus einem Ort jenseits des Inn, geht die Suche in Bayern weiter (siehe Ahnenforschung in Bayern).

Angrenzende Gebiete: Salzburg, Niederösterreich, Steiermark, Bayern und Tschechien (Böhmen).

Typische Hürden bei der Ahnenforschung in Oberösterreich

  • Bücher nach Ortschaften geordnet: Ab 1784 musste für jeden Ort einer Pfarre ein eigener Abschnitt im Buch geführt werden. Kennen Sie den Ort, ist das ein Vorteil. Kennen Sie nur die Pfarre, müssen Sie oft viele kleine Ortschaften durchsehen – gerade in oberösterreichischen Online-Matriken ohne Namensregister.
  • Fehlende Randvermerke in den Duplikaten ab 1820 (siehe oben).
  • Uneheliche Kinder: Seit 1784 durfte der Vater eines unehelichen Kindes nur eingetragen werden, wenn er sich selbst dazu bekannte. Fehlt er, geht die Linie über die Mutter weiter.
  • Evangelische Vorfahren: Vor 1781 erscheinen sie in den Büchern als Katholiken; ihr Bekenntnis ist dort nicht zu erkennen.

Die wichtigsten Quellen im Überblick

Quelle was Zeitraum online?
Kirchenbücher der Diözese Linz (Originale) Tauf-, Trauungs-, Sterbebücher Beginn (vereinzelt 16. Jh.) bis 1820 ja, kostenlos auf Matricula
Namensverzeichnisse der Pfarren alphabetische Register soweit vorhanden bis etwa 1940 ja, auf Matricula (Sperrfristen beachten)
Matriken-Duplikate (Oö. Landesarchiv) jährliche Abschriften der Matriken 1819–1938 ja, kostenlos auf Matricula
Evangelische Matriken (A.B.) Bücher der evangelischen Gemeinden ab Gründung der Gemeinde (1782 und später) ja, auf Matricula
Diözesanarchiv Linz und Pfarrämter Originalbücher, Auskünfte alle Zeiträume nein, Anfrage bzw. Besuch nach Anmeldung
Standesamt Personenstandsbücher Ehen ab 1.8.1938, Geburten und Sterbefälle ab 1.1.1939 nein

Häufige Fragen

Wo finde ich Kirchenbücher aus Oberösterreich online?

Auf dem Portal Matricula unter „Österreich – Oberösterreich“ (Diözese Linz). Alle katholischen Pfarren sind vom Beginn der Bücher bis 1938 erfasst; die Einsicht ist kostenlos.

Warum steht bei manchen Büchern „Duplikat“?

Für die Zeit ab 1819/1820 sind in Oberösterreich die Zweitschriften online, die die Pfarren jedes Jahr an die Behörde abliefern mussten. Sie liegen im Oberösterreichischen Landesarchiv. Inhaltlich entsprechen sie dem Original, spätere Randvermerke fehlen aber oft.

Ab wann gibt es Kirchenbücher in Oberösterreich?

In einigen Pfarren schon im 16. Jahrhundert, in den meisten ab dem 17. Jahrhundert. Den Beginn je Pfarre sehen Sie in der Bücherliste auf Matricula oder in der Übersicht der Diözese Linz.

Meine Vorfahren waren evangelisch – wo suche ich?

Ab der Gründung der Toleranzgemeinden (ab 1782) in deren Büchern, die auf Matricula zu finden sind, und bis 1849 zusätzlich in der katholischen Pfarre des Wohnorts. Vor 1781 stehen auch evangelische Familien nur in den katholischen Büchern.

Wie komme ich an Einträge nach 1938?

Für Geburten und Sterbefälle ab 1939 und Ehen ab 1. August 1938 ist das Standesamt des Ereignisortes zuständig. Jüngere kirchliche Einträge, die noch unter die Sperrfrist fallen, sind nicht online.

Ahnenforschung in Oberösterreich im Auftrag

Ahnenkette forscht in allen Pfarren Oberösterreichs – im Innviertel ebenso wie im Mühlviertel oder im Salzkammergut. Sie erhalten eine Ahnenlinie über bis zu 8 Generationen zum Festpreis von 199 € inkl. USt, ab den Urgroßeltern im Kirchenbuch belegt, jeder Eintrag mit Abschrift, Übersetzung lateinischer Einträge und Fundstelle.

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