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Ausgewanderte Vorfahren finden: Passagierlisten Hamburg, Bremen, New York

Ein Urgroßonkel ist nach Amerika gegangen, oder Ihre Familie lebt selbst in Übersee und sucht ihre Wurzeln in Österreich? Diese Seite zeigt, wo Auswanderer zu finden sind: in den Passagierlisten von Hamburg und Bremen, in den Ankunftslisten von New York – und wie Sie vom Schiff zurück zum Kirchenbuch kommen.

Kurz gesagt: Das Kirchenbuch vermerkt eine Auswanderung in der Regel nicht. Die besten Quellen sind die Passagierlisten: Hamburg hat Listen von 1850 bis 1934 mit Name, Herkunftsort und Ziel; aus Bremen sind vor allem die Listen von 1920 bis 1939 erhalten. Die Ankunftslisten des Hafens New York von 1820 bis 1957 sind kostenlos durchsuchbar. Mit dem Herkunftsort aus einer Liste finden Sie die Pfarre – und dort die Familie.

Was das Kirchenbuch nicht sagt

Kirchenbücher halten Taufe, Trauung und Begräbnis fest. Ein Wechsel des Wohnorts und andere Ereignisse, mit denen die Kirche nichts zu tun hatte, stehen nicht darin. Wer auswanderte, verschwindet deshalb einfach aus den Büchern seiner Heimatpfarre. Erst mit dem Dekret „Ne temere“ von 1907/08 wurde es üblich, die Taufpfarre über eine Heirat anderswo zu informieren – ein solcher Randvermerk kann ein Hinweis sein, ist aber selten vollständig.

Familienpapiere helfen oft mehr: Briefe aus Amerika, Fotos mit Stempel eines Ateliers in Übersee, Parten mit Angehörigen „in Amerika“. Siehe Elternhaus ausräumen.

Hamburg: Auswandererlisten 1850–1934

Im Staatsarchiv Hamburg liegen 555 Bände mit Listen der Passagiere, die zwischen 1850 und 1934 von Hamburg abfuhren. Sie wurden von Hand erfasst; die Datenbank hat knapp sechs Millionen Einträge mit Name, Herkunftsort und Ziel der Auswanderung. Recherchieren kann man im Auswanderermuseum BallinStadt, im Staatsarchiv und online beim Projektpartner Ancestry, dort kostenpflichtig.

Bremen: Listen 1920–1939

Über Bremen und Bremerhaven wanderten Millionen Menschen aus, doch von den Listen ist wenig erhalten. 1875 wurden die gesammelten Listen bis auf die der letzten drei Jahre vernichtet; erst ab 1904 wurden sie wieder gesammelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben vor allem die Passagierlisten von 1920 bis 1939 in der Handelskammer Bremen übrig – etwa 3.000 Listen mit rund 740.000 Namen. Ehrenamtliche Forscher des Vereins „Die Maus“ haben sie erfasst; gesucht wird unter passagierlisten.de.

New York: Ankunftslisten 1820–1957

Die Statue of Liberty – Ellis Island Foundation bietet eine Datenbank mit rund 65 Millionen Ankunftsdatensätzen des Hafens New York: Castle Garden vor 1892, Ellis Island 1892 bis 1924, danach weitere Ankünfte bis 1957. Die Suche ist online kostenlos; zum Speichern und Bestellen von Dokumenten braucht es ein Konto.

  • Bis 1907 sind die Listen einseitig, danach zweiseitig mit mehr Angaben.
  • Beim Brand auf Ellis Island am 15. Juni 1897 gingen die dort gelagerten Listen verloren; für diese Jahre gibt es Ersatzlisten des US-Zolls.
  • Die Datenbank enthält nur Ankünfte, keine Abreisen aus den USA.

So suchen Sie in den Listen

  • Den ursprünglichen Namen suchen. Ein Franz, der in Amerika Frank hieß, kann in der Ankunftsliste als Franz stehen. Suchen Sie auch nach Schreibvarianten des Familiennamens, wie er gehört wurde.
  • Mit dem, was Sie wissen, eingrenzen: ungefähres Ankunftsjahr, Alter, Abfahrtshafen, Ziel in den USA, mitreisende Familie.
  • Staatsangehörigkeit richtig lesen. Vor 1918 reisten Menschen aus der Monarchie als Österreicher oder Ungarn; Herkunftsorte sind oft deutsch, tschechisch oder ungarisch geschrieben. Zu Ortsnamen siehe Ahnenforschung Tschechien und Ahnenforschung Slowenien.

Vom Schiff zurück zum Kirchenbuch

Der Weg für Familien in Übersee führt rückwärts: aus Unterlagen in Amerika oder der Ankunftsliste zum Herkunftsort, vom Ort zur Pfarre, von der Pfarre zum Taufeintrag. Ist der Ort bekannt, geht es weiter wie bei jeder Ahnenforschung, siehe Ahnenforschung anfangen. Achtung: Im Kirchenbuch zählt die Pfarre, nicht die Gemeinde – ein Dorf kann zu einer Pfarre im Nachbarort gehört haben.

Ein Beispiel mit einer erfundenen Familie: In der Bremer Liste von 1923 steht Josef Steiner, 24 Jahre, mit einem Ort im Südburgenland als Herkunft und New York als Ziel. Mit Ort und Alter findet sich seine Taufe um 1899 im Taufbuch der Pfarre, und damit seine Eltern.

Burgenland: das Auswanderungsland Österreichs

Das Burgenland gilt historisch als das bedeutendste Auswanderungsbundesland Österreichs. Eine erste Hochphase der Amerikawanderung lag zwischen 1901 und 1910, eine zweite zwischen 1919 und 1937; 1923 entfielen 43 Prozent der gesamtösterreichischen Auswanderung auf das Burgenland. Die Burgenländische Gemeinschaft hält seit 1956 Kontakt zwischen Ausgewanderten, ihren Nachkommen und der alten Heimat. Wo die burgenländischen Kirchenbücher liegen, zeigt Ahnenforschung Burgenland.

Häufige Fragen

Wie finde ich Vorfahren, die nach Amerika ausgewandert sind?

In den Passagierlisten: Hamburg (1850–1934), Bremen (vor allem 1920–1939) und die Ankunftslisten von New York (1820–1957). Die Listen nennen oft Herkunftsort, Alter und Ziel.

Sind die Ellis-Island-Listen kostenlos?

Ja, die Suche bei der Statue of Liberty – Ellis Island Foundation ist online kostenlos. Ein Konto braucht es zum Speichern und Bestellen von Dokumenten.

Wo finde ich die Hamburger Passagierlisten?

Im Staatsarchiv Hamburg, im Auswanderermuseum BallinStadt und online bei Ancestry (kostenpflichtig).

Warum finde ich Bremer Passagierlisten vor 1920 nicht?

Weil die meisten älteren Bremer Listen vernichtet wurden: 1875 alle bis auf die letzten drei Jahre, weitere Verluste im Zweiten Weltkrieg. Erhalten sind vor allem die Listen 1920–1939.

Steht die Auswanderung im Kirchenbuch?

In der Regel nicht. Kirchenbücher vermerken Taufe, Trauung und Tod, keinen Umzug. Ab 1907/08 kann ein Randvermerk zu einer Heirat im Ausland stehen.

Mein Vorfahr ist als „Austrian“ eingetragen, kam aber aus Böhmen. Ist das ein Fehler?

Nein. Vor 1918 gehörte Böhmen zur österreichischen Reichshälfte. Entscheidend ist der Herkunftsort; mit ihm finden Sie die Pfarre.

Die Familie vor der Auswanderung

Kennen Sie den Herkunftsort, erforschen wir die Linie in den Kirchenbüchern zurück – in Österreich, Südtirol, Bayern, Tschechien und Slowenien, über bis zu 8 Generationen ab Ihnen, ab den Urgroßeltern im Kirchenbuch belegt.

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