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Ahnentafel, Stammtafel, Stammbaum: Begriffe und Kekulé-Nummern

Ahnentafel, Stammtafel, Stammbaum, Nachfahrentafel: In der Familienforschung meinen diese Wörter verschiedene Dinge. Diese Seite erklärt die Darstellungsformen, die Kekulé-Nummern, mit denen jeder Vorfahr eine feste Zahl bekommt, den Ahnenschwund und die genealogischen Zeichen.

Kurz gesagt: Die Ahnentafel zeigt alle Vorfahren einer Person, die Nachfahrentafel alle Nachkommen einer Person, die Stammtafel die Familie eines Namens; als Baum gezeichnet heißt sie Stammbaum. In der Ahnentafel trägt jeder Vorfahr eine Kekulé-Nummer: Sie selbst haben die 1, Ihr Vater die 2, Ihre Mutter die 3, und der Vater von Nummer n hat immer 2n, die Mutter 2n+1. Väter haben gerade, Mütter ungerade Zahlen.

Die Darstellungsformen

Die Diözesanarchive Österreichs empfehlen, die Funde aus den Kirchenbüchern vollständig zu notieren und daneben übersichtliche Tafeln anzulegen. Die gängigen Formen:

Form Wen sie zeigt Richtung
Ahnentafel alle leiblichen Vorfahren einer Person (des Probanden); je Generation doppelt so viele von einer Person zurück
Ahnenliste dieselben Vorfahren als Liste, nach Kekulé-Nummern geordnet von einer Person zurück
Nachfahrentafel alle Nachkommen einer Person, auch über Töchter von einem Vorfahren nach vorn
Stammtafel die Familie eines Namens: Männer mit Frauen, Söhnen und Töchtern; die Kinder der Töchter nicht mehr, weil sie anders heißen von einem Stammvater nach vorn
Stammbaum eine Stammtafel, als Baum gezeichnet: der früheste Namensträger an der Wurzel, die Nachkommen als Äste von der Wurzel nach oben
Ahnenlinie eine einzige Linie zurück, mit dem Ehepaar jeder Generation von einer Person zurück

Für Ahnentafeln gibt es Vordrucke, weil ihr Schema immer gleich ist. Stammtafeln sehen für jede Familie anders aus. Dazu kommen Sonderformen wie das Ortsfamilienbuch, das die Familien eines ganzen Ortes verknüpft, und das Häuserbuch mit den Besitzern und Bewohnern der Häuser.

Im Alltag sagt man „Stammbaum“ für alles. Was das bedeutet, wenn Sie einen Stammbaum in Auftrag geben wollen, steht unter Stammbaum erstellen lassen; wie die Generationen heißen, unter Verwandtschaftsgrade.

Kekulé-Nummern: jeder Vorfahr hat seine Zahl

Damit man in einer Ahnentafel den Überblick behält, bekommt jeder Vorfahr eine feste Nummer. Die Regeln sind einfach:

  1. Die Ausgangsperson (der Proband) bekommt die 1, gleich ob Mann oder Frau.
  2. Der Vater einer Person mit der Nummer n bekommt 2n.
  3. Die Mutter bekommt 2n + 1.

Daraus folgt: Alle Männer außer dem Probanden haben gerade Nummern, alle Frauen ungerade. Die Nummern einer Generation schließen lückenlos aneinander an:

Generation (ab Ihnen) Kekulé-Nummern
1 – Sie 1
2 – Eltern 2–3
3 – Großeltern 4–7
4 – Urgroßeltern 8–15
5 – Ururgroßeltern 16–31
6 – 3-fach-Urgroßeltern 32–63
7 – 4-fach-Urgroßeltern 64–127
8 – 5-fach-Urgroßeltern 128–255

Benannt ist das System nach Stephan Kekulé von Stradonitz, der es in seinem Ahnentafel-Atlas (1898–1904) verwendete. Es ist älter: Michael von Aitzing nutzte das Prinzip schon 1590, Hieronymus de Sosa 1676 – deshalb heißt es auch Sosa-Nummerierung.

Achtung beim Vergleichen: Manche Bücher und Programme zählen die Ausgangsperson als Generation 0 statt 1. Die Nummern bleiben gleich, nur die Generationszahl ist dann um eins kleiner.

Eine Nummer lesen

Aus jeder Nummer lässt sich ablesen, wer gemeint ist. Teilen Sie die Zahl durch 2 und lassen Sie den Rest weg – das ist die Nummer des Kindes. Gerade Zahl heißt Vater, ungerade Mutter. Wiederholen Sie das bis zur 1.

Schritt Rechnung Bedeutung
Nummer 13 ungerade eine Mutter, und zwar von Nummer 6
Nummer 6 gerade ein Vater, und zwar von Nummer 3
Nummer 3 ungerade Ihre Mutter
Ergebnis 13 ist die Mutter des Vaters Ihrer Mutter: eine Urgroßmutter

Zwei weitere Regeln: Die Ehefrau eines Mannes mit der Nummer n hat die Nummer n + 1. Und die Generation erkennen Sie an der Tabelle oben – Nummer 13 liegt zwischen 8 und 15, also bei den Urgroßeltern.

Die Nummern einer Ahnenlinie

Folgt man nur einer Linie, ergeben sich besonders einfache Zahlen. Die Linie Ihres Familiennamens – Vater, dessen Vater und so weiter – trägt die Nummern 2, 4, 8, 16, 32, 64, 128, die Ehefrauen jeweils eine Zahl mehr: 3, 5, 9, 17, 33, 65, 129. Die Linie über Ihre Mutter und dann jeweils über den Vater läuft über 3, 6, 12, 24, 48, 96, 192.

Ein Beispiel mit einer erfundenen Familie: In der Namenslinie Steiner ist Johann Steiner, Bauer am Unterberg, die Nummer 128, seine Frau Maria Rainer die 129. Wer die Nummer kennt, weiß sofort: 5-fach-Urgroßvater in der väterlichen Namenslinie.

Ahnenschwund: wenn Vorfahren doppelt vorkommen

Rechnerisch verdoppelt sich die Zahl der Vorfahren mit jeder Generation. In Wirklichkeit tauchen dieselben Personen mehrfach auf, sobald Verwandte miteinander Kinder haben. Das heißt Ahnenschwund, Ahnenverlust oder Implex. Heiraten Cousin und Cousine ersten Grades, fehlen bei ihren Kindern schon in der Generation der Urgroßeltern ein Viertel der Plätze: Statt acht verschiedener Urgroßeltern sind es sechs. Ein bekanntes Beispiel ist König Karl II. von Spanien, der in der fünften Generation statt 32 nur 10 verschiedene Vorfahren hatte.

In einer Ahnentafel bekommt eine solche Person mehrere Kekulé-Nummern. Einen Hinweis im Kirchenbuch gibt eine Ehedispens wegen Blutsverwandtschaft der Brautleute. Mehr dazu unter Verwandtschaft im Kirchenbuch.

Genealogische Zeichen

Damit Tafeln übersichtlich bleiben, stehen für wiederkehrende Begriffe Zeichen:

Zeichen Bedeutung
* geboren
(*) unehelich geboren – siehe Uneheliche Geburt
~ getauft
⚭ (oo) verheiratet
o|o geschieden
† gestorben
X gefallen – siehe Vorfahren im Ersten Weltkrieg

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Ahnentafel und Stammbaum?

Die Ahnentafel zeigt alle Vorfahren einer Person, zurück in die Vergangenheit. Der Stammbaum ist eine als Baum gezeichnete Stammtafel: die Nachkommen eines Stammvaters mit demselben Familiennamen, nach vorn in die Zukunft. Im Alltag wird „Stammbaum“ für beides gesagt.

Was ist eine Kekulé-Nummer?

Die feste Nummer eines Vorfahren in der Ahnentafel: Proband 1, Vater 2n, Mutter 2n+1. Väter haben gerade, Mütter ungerade Nummern.

Welche Kekulé-Nummer haben die Urgroßeltern?

Die Nummern 8 bis 15. Die Großeltern haben 4 bis 7, die Ururgroßeltern 16 bis 31.

Was ist eine Nachfahrentafel?

Die Aufstellung aller Nachkommen einer Person, auch über die Töchter. Im Unterschied zur Stammtafel endet sie nicht bei einem Namenswechsel.

Was bedeutet Ahnenschwund?

Dass dieselben Personen mehrfach unter den Vorfahren vorkommen, weil Verwandte geheiratet haben. Die tatsächliche Zahl der Vorfahren ist dann kleiner als die rechnerische.

Was bedeutet das Kreuz und das Sternchen im Stammbaum?

* steht für geboren, † für gestorben. ~ bedeutet getauft, ⚭ verheiratet.

Ihre Ahnenlinie als Tafel

Unsere Stammtafel zeigt eine Ahnenlinie: in jeder Generation das Ehepaar, über bis zu 8 Generationen ab Ihnen, gestaltet in A3. Dazu das Belegdossier, in dem jeder Eintrag aus dem Kirchenbuch mit Abschrift und Fundstelle steht.

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