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Stammbaum erstellen lassen: Kosten, Wege und worauf Sie achten sollten

Was kostet es, einen Stammbaum erstellen zu lassen, und welche Wege gibt es? Diese Seite vergleicht selbst forschen, Hilfe von Vereinen, Archive und Berufsgenealogen, erklärt, was den Aufwand bestimmt, und gibt eine Checkliste für den Auftrag.

Kurz gesagt: Einen allgemeinen Preis gibt es nicht, weil der Umfang sehr verschieden ist: Alle Vorfahren bis zur 8. Generation sind 254 Personen, eine einzelne Linie 14. Archive verrechnen Recherchen nach Stunden, das Tiroler Landesarchiv etwa 58 € pro Stunde für familiengeschichtliche Erhebungen. Bei Berufsgenealogen wird der Preis im Einzelfall vereinbart, manche Anbieter arbeiten zum Festpreis für einen festgelegten Umfang. Vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern was genau geliefert wird und ob jeder Eintrag belegt ist.

Erst klären: Was soll der „Stammbaum“ zeigen?

Im Alltag meint „Stammbaum“ meist: meine Vorfahren. Die Fachsprache unterscheidet genauer. Eine Ahnentafel listet alle leiblichen Vorfahren einer Person; ihre Zahl verdoppelt sich mit jeder Generation. Eine Stammtafel zeigt die Familie eines Namens, also die Männer mit ihren Frauen und Kindern; als Baum gezeichnet heißt sie Stammbaum. Eine Ahnenlinie folgt einer einzigen Linie zurück, etwa der des Familiennamens, mit dem Ehepaar jeder Generation.

Generation (ab Ihnen) Vorfahren in dieser Generation alle Vorfahren bis hier eine Ahnenlinie bis hier
2 – Eltern 2 2 2
3 – Großeltern 4 6 4
4 – Urgroßeltern 8 14 6
5 – Ururgroßeltern 16 30 8
6 32 62 10
7 64 126 12
8 – 5-fach-Urgroßeltern 128 254 14

Wer „einen Stammbaum“ anfragt, sollte deshalb sagen, wie viele Linien und wie viele Generationen gemeint sind. Der Unterschied im Aufwand ist groß. Wie die Generationen heißen, steht unter Verwandtschaftsgrade.

Die Wege im Vergleich

Weg Kosten Was Sie bekommen Passt, wenn …
Selbst forschen Die meisten Kirchenbuchportale sind kostenlos; Ihre Zeit so viel, wie Sie selbst finden und lesen Sie Freude am Suchen haben und Zeit für Kurrent und Latein
Hilfe von Vereinen Mitgliedsbeitrag oder nichts Lesehilfe und Tipps, keine Auftragsforschung Sie selbst forschen und an einer Stelle hängen
Archiv beauftragen nach Stunden, z. B. Tiroler Landesarchiv 58 € pro Stunde Auskunft zu einer bestimmten Frage es um eine einzelne, klar umrissene Frage geht
Berufsgenealoge nach Vereinbarung je nach Auftrag, auch Forschung vor Ort in Archiven Bücher nicht online sind oder der Fall schwierig ist
Festpreisangebot fester Betrag für einen festgelegten Umfang genau beschriebenes Ergebnis Sie vorher wissen wollen, was es kostet

Selbst forschen ist der günstigste Weg. Wie Sie anfangen, zeigt die Seite Ahnenforschung anfangen.

Vereine wie Familia Austria bieten Mailinglisten, auf denen Forscher einander beim Lesen und Suchen helfen, dazu Vorträge und Datenbanken. Die Forschung selbst übernehmen sie nicht.

Archive helfen bei einzelnen Fragen. Das Tiroler Landesarchiv etwa berät kostenlos über seine Bestände; geht eine schriftliche Anfrage über Routineauskünfte hinaus, wird sie kostenpflichtig. Dort kosten Erhebungen in familiengeschichtlichen Unterlagen 58 € pro Stunde (Stand Jänner 2026). Einen Rechtsanspruch auf umfangreiche Nachforschungen gibt es dort nicht. Auch Diözesanarchive und Pfarren verrechnen umfangreichere Recherchen, etwa in Salzburg und Wien.

Berufsgenealogen arbeiten auf eigene Rechnung, oft spezialisiert auf bestimmte Gebiete. Der Verband deutschsprachiger Berufsgenealogen vermittelt Anfragen an passende Mitglieder. Lassen Sie sich vorab ein schriftliches Angebot geben.

Was den Aufwand bestimmt

  • Umfang: Eine Linie oder alle Vorfahren, 5 oder 8 Generationen – siehe Tabelle oben.
  • Gebiet: Sind die Kirchenbücher online, wie in den meisten österreichischen Diözesen, in Tirol und Südtirol, spart das Reisen und Archivgebühren. Müssen Bücher vor Ort eingesehen werden, kommt Zeit dazu. Wo welche Bücher liegen, zeigen die Seiten nach Gebieten, etwa Tirol oder Tschechien.
  • Schrift und Sprache: Ältere Einträge sind lateinisch, jüngere meist in Kurrentschrift; in Böhmen, Mähren oder Slowenien auch tschechisch oder slowenisch.
  • Lücken: Manche Bücher sind verloren, etwa durch Brände oder Kriege. Dann muss man über Nachbarpfarren oder andere Quellen gehen – oder die Linie endet dort.
  • Sonderfälle: eine uneheliche Geburt, ein Umzug in eine andere Pfarre, viele gleichnamige Personen im selben Ort.

Checkliste für den Auftrag

  1. Umfang schriftlich festlegen: welche Linie oder Linien, wie viele Generationen, ab welcher Person.
  2. Preis klären: Stundensatz oder Festpreis? Gibt es eine Obergrenze? Was kosten Spesen, Archivgebühren und Bildbestellungen?
  3. Was passiert, wenn nichts gefunden wird? Bezahlen Sie die Zeit oder nur das Ergebnis?
  4. Ergebnis beschreiben lassen: nur eine Grafik oder auch die Belege? Als PDF, gedruckt, als Datei für ein Genealogieprogramm?
  5. Belege verlangen: zu jeder Person die Fundstelle mit Pfarre, Buch und Seite.
  6. Daten Lebender: Wer erfährt Ihre Angaben zu lebenden Verwandten, und wann werden sie gelöscht?
  7. Muster ansehen: Lassen Sie sich ein Beispielergebnis zeigen.

Ein Beispiel mit einer erfundenen Familie: Herr Steiner möchte „den Stammbaum der Steiners“. Im Gespräch zeigt sich, dass er die Linie seines Familiennamens meint, so weit die Bücher reichen – nicht alle 254 Vorfahren. Das macht den Auftrag klein und den Preis planbar.

Woran Sie gute Arbeit erkennen

  • Jeder Eintrag hat eine Fundstelle. Ohne Pfarre, Buch und Seite lässt sich nichts nachprüfen.
  • Unsicheres ist gekennzeichnet. Eine Verbindung, die nur wahrscheinlich ist, wird als Vermutung ausgewiesen, nicht als Tatsache.
  • Keine Sprünge. Gute Forschung geht Generation für Generation zurück. Die Anknüpfung an ein gleichnamiges Adelsgeschlecht ohne lückenlose Belege ist ein Warnzeichen.
  • Keine fertigen Chroniken. In Pfarr- und Diözesanarchiven liegen keine fertigen Familienchroniken bereit, und nicht alle Namen sind in einem Computer gespeichert. Ein Stammbaum entsteht aus den Einträgen Ihrer eigenen Vorfahren.

Häufige Fragen

Was kostet es, einen Stammbaum erstellen zu lassen?

Das hängt vom Umfang ab. Archive verrechnen nach Stunden, das Tiroler Landesarchiv etwa 58 € pro Stunde für familiengeschichtliche Erhebungen. Bei Berufsgenealogen wird der Preis im Einzelfall vereinbart. Festpreisangebote gelten für einen genau beschriebenen Umfang, etwa eine Ahnenlinie.

Kann man einen Stammbaum kostenlos erstellen?

Ja, wenn Sie selbst forschen. Die Kirchenbücher der meisten österreichischen Diözesen sind kostenlos online; kostenpflichtig ist unter den österreichischen Portalen nur matriken.at für das Burgenland.

Wie viele Vorfahren hat man bis zur 8. Generation?

254: 2 Eltern, 4 Großeltern, 8 Urgroßeltern und so weiter bis zu 128 Personen in der 8. Generation. Eine einzelne Ahnenlinie umfasst bis dahin 14 Personen.

Was ist der Unterschied zwischen Ahnentafel und Stammbaum?

Die Ahnentafel zeigt alle Vorfahren einer Person. Der Stammbaum ist im engeren Sinn eine als Baum gezeichnete Stammtafel, also die Familie eines Namens mit ihren Nachkommen. Im Alltag wird „Stammbaum“ für beides gebraucht.

Wo finde ich einen Ahnenforscher in Österreich?

Über genealogische Vereine wie Familia Austria oder über den Verband deutschsprachiger Berufsgenealogen, der Anfragen an Mitglieder vermittelt. Fragen Sie nach Spezialisierung auf Ihr Gebiet.

Wie lange dauert die Erstellung eines Stammbaums?

Das hängt vom Umfang, vom Gebiet und davon ab, ob die Bücher online sind. Lassen Sie sich vor dem Auftrag einen Zeitrahmen nennen.

Ahnenlinie zum Festpreis

Wir erforschen eine Ahnenlinie über bis zu 8 Generationen ab Ihnen zum Festpreis von 199 € inkl. USt; weitere Generationen bis etwa 1700 je 20 € inkl. USt, für frühere nennen wir den Preis nach Prüfung vorher. Sie erhalten Stammtafel, Belegdossier mit Fundstelle zu jedem Eintrag und Forschungsbericht. Für jede der Generationen 4 bis 8, die sich nicht belegen lässt, gibt es 20 € zurück; lässt sich keine belegen, den vollen Preis. Für Paare gibt es die Paar-Tafel mit beiden Familien um 349 € inkl. USt.

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