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Alte Zeitungen für die Ahnenforschung: Todesanzeigen und Sterbelisten in ANNO finden

Alte Zeitungen erzählen, was im Kirchenbuch fehlt: Todesanzeigen, Sterbelisten, Unglücksfälle, Jubiläen. Diese Seite zeigt, wie Sie Ihre Vorfahren in ANNO finden, dem Zeitungsarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, und welche weiteren Verzeichnisse dabei helfen.

Kurz gesagt: ANNO ist der virtuelle Zeitungslesesaal der Österreichischen Nationalbibliothek mit über 1.600 Titeln und rund 28 Millionen Seiten; mehr als 90 Prozent der Ausgaben sind im Volltext durchsuchbar. Für die Familienforschung ergiebig sind Todesanzeigen, die Sterbelisten der Wiener Zeitung und lokale Nachrichten. Weil die Texterkennung Fehler macht, lohnt es sich, mit Platzhaltern und Varianten zu suchen – und im Zweifel die Ausgabe des passenden Tages selbst durchzublättern.

Was ANNO ist

ANNO (AustriaN Newspapers Online) nennt sich selbst den virtuellen Zeitungslesesaal der Österreichischen Nationalbibliothek: historische österreichische Zeitungen und Zeitschriften zum Durchblättern, Lesen und Durchsuchen. Nach eigenen Angaben suchen Sie in 28 Millionen Seiten aus mehr als 1.600 Titeln. Für die Digitalisierung werden bevorzugt Titel gewählt, die mindestens 70 Jahre alt sind; jüngere Zeitungen gibt es über andere Wege der Nationalbibliothek.

Gesucht wird in einer einfachen oder einer erweiterten Suche. Über 91 Prozent der Ausgaben sind durchsuchbar; jede Ausgabe lässt sich als PDF speichern.

Was Sie in alten Zeitungen finden können

Art Was sie verrät
Todesanzeigen (Parten) Name, Sterbetag, Begräbnis, oft die Hinterbliebenen mit Verwandtschaftsgrad
Sterbelisten in Wien seit 1703 in der Wiener Zeitung, später mit Beruf, Wohnort und Todesursache
Lokale Nachrichten Unglücksfälle, Brände, Gerichtsfälle, Hochzeiten bekannter Familien
Anzeigen Geschäftseröffnungen, Verkäufe von Häusern und Höfen, Stellengesuche
Amtliche Kundmachungen Bekanntmachungen von Behörden und Gerichten

Was in einer Parte steht und warum Sie Sterbebilder aufheben sollten, erklärt Elternhaus ausräumen. Für Soldaten des Ersten Weltkriegs gibt es eigene Verlustlisten, siehe Vorfahren im Ersten Weltkrieg. Wie Sie Funde für die Familie aufbereiten, zeigt Familienchronik schreiben.

Sterbelisten in Wien

Für Wien sind die Zeitungen besonders ergiebig. Ab 1703 veröffentlichte die Wiener Zeitung Listen der Sterbefälle. Von 1868 bis 1942 erschien täglich das Verzeichnis der Verstorbenen des Totenbeschreibamts, geordnet nach dem Sterbeort – Wohnung, Krankenhaus, Heim – mit Name, Beruf, Wohnort und Todesursache. Die Wienbibliothek im Rathaus bietet ein digitales Verzeichnis der Verstorbenen für 1767 bis 1942, mit Lücken, und hat rund 6.000 Partezettel zu Wiener Personen digitalisiert.

Weitere Wiener Quellen – Totenbeschauprotokolle, Meldezettel, die richtige Pfarre zur Adresse – stehen unter Ahnenforschung Wien.

So suchen Sie in ANNO

Der durchsuchbare Text entsteht durch automatische Texterkennung, und die alten Zeitungen sind oft in Fraktur gedruckt. Fehler sind deshalb häufig und werden nicht nachträglich korrigiert. ANNO selbst empfiehlt Platzhalter:

  • Stern (*) steht für beliebig viele Zeichen; davor müssen mindestens drei Zeichen stehen: Stein* findet Steiner, Steinerin, Steinberger.
  • Fragezeichen (?) steht für genau ein Zeichen: St?iner findet Steiner und Stainer.
  • Anführungszeichen suchen Wörter in genau dieser Reihenfolge: „Johann Steiner“. Platzhalter sind darin nicht erlaubt.
  • Filter grenzen nach Titel, Erscheinungsort, Sprache und Zeitraum ein; Daten geben Sie als TT.MM.JJJJ ein.

Findet die Suche nichts, blättern Sie: Kennen Sie den Sterbetag aus dem Sterbebuch, schlagen Sie die Ausgaben der folgenden Tage in der Zeitung des Ortes auf. Alte Schrift lesen hilft dabei, siehe Kurrentschrift lesen – gedruckte Fraktur ist leichter als Handschrift.

Ein Beispiel mit einer erfundenen Familie: Das Sterbebuch nennt den Tod von Anna Steiner, Wirtin, am 3. März 1902. Die Suche nach St?iner in einer Salzburger Zeitung vom März 1902 bringt eine Parte mit den Namen ihrer Kinder und Schwiegerkinder – drei Familien auf einmal.

Weitere Verzeichnisse von Todesanzeigen

  • GenTeam bietet nach kostenloser Anmeldung Datenbanken zu Sterbeanzeigen, unter anderem aus der Neuen Freien Presse, dem Prager Tagblatt und Tiroler Zeitungen.
  • Familia Austria stellt indexierte Todesanzeigen bereit.
  • Friedhöfe: Wo jemand begraben liegt, zeigen manche Friedhofsverwaltungen in eigenen Datenbanken, siehe Grabsuche.

Bilder aus ANNO verwenden

Die Nationalbibliothek macht laut ANNO kein eigenes urheberrechtliches Verwertungsrecht geltend und ist mit einer Nachnutzung einverstanden. Rechte Dritter müssen Sie aber selbst klären; für von Google digitalisierte Bestände gelten eigene Bedingungen, die nur nicht-kommerzielle Nutzung erlauben. Als Quelle geben Sie Titel, Ausgabe oder Datum, Seite und „ANNO/Österreichische Nationalbibliothek“ oder den ANNO-Link an.

Häufige Fragen

Wie finde ich eine alte Todesanzeige?

In ANNO mit dem Namen und dem Sterbejahr, am besten mit Platzhaltern. Findet die Suche nichts, blättern Sie die Zeitungen des Ortes in den Tagen nach dem Tod durch. Zusätzlich helfen die Sterbeanzeigen-Datenbanken bei GenTeam und Familia Austria.

Ist ANNO kostenlos?

Lesen, Suchen und das Speichern als PDF sind online möglich. Kostenpflichtig sind hochwertige Scans, die Sie bei der Nationalbibliothek nachbestellen.

Warum findet die Suche meinen Namen nicht?

Weil die Texterkennung bei alten Drucken Fehler macht. Suchen Sie mit Platzhaltern (St?iner, Stein*) und blättern Sie im Zweifel die passenden Ausgaben durch.

Warum gibt es neuere Zeitungen nicht in ANNO?

Für ANNO werden bevorzugt Titel digitalisiert, die mindestens 70 Jahre alt sind. Jüngere Zeitungen bietet die Nationalbibliothek über andere Rechercheportale und im Lesesaal.

Gab es in Wien Listen der Verstorbenen?

Ja. Die Wiener Zeitung druckte ab 1703 Sterbelisten, von 1868 bis 1942 erschien täglich ein Verzeichnis der Verstorbenen mit Beruf, Wohnort und Todesursache.

Darf ich Zeitungsausschnitte in meine Familienchronik geben?

Die Nationalbibliothek ist mit einer Nachnutzung einverstanden; Rechte Dritter, etwa an Fotos, müssen Sie selbst klären. Geben Sie Titel, Datum, Seite und ANNO als Quelle an.

Zuerst die Daten, dann die Geschichten

Eine Zeitungssuche braucht Namen, Ort und Datum. Die liefert das Kirchenbuch: Wir erforschen Ihre Ahnenlinie über bis zu 8 Generationen ab Ihnen, ab den Urgroßeltern mit Sterbedatum und Ort, soweit verzeichnet – der beste Ausgangspunkt, um in alten Zeitungen weiterzusuchen.

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