Ahnenkette Bestellen

Familienchronik schreiben: Aufbau, Quellen, Bildrechte und Datenschutz

Die Daten sind gesammelt – wie wird daraus eine Familienchronik, die die Familie gern liest? Diese Seite gibt praktische Hinweise zu Aufbau, Quellenangaben und Bildern und erklärt, was die Archive bei Weitergabe und Veröffentlichung von Kirchenbuchbildern verlangen und worauf Sie beim Datenschutz Lebender achten.

Kurz gesagt: Ordnen Sie die Chronik nach Generationen, erzählen Sie in ganzen Sätzen und belegen Sie jede Angabe mit Fundstelle. Bilder und Daten aus Kirchenbüchern dürfen Sie nicht beliebig verbreiten: Wer mit Material aus Matricula ein Druckwerk oder eine Online-Publikation erstellt, muss das Archiv bzw. die Diözese informieren; für Matriken Tirol Online braucht es vorher die schriftliche Zustimmung der Diözese. Für eine Chronik, die ausschließlich im Familienkreis bleibt, dürfte die Datenschutz-Grundverordnung nicht gelten; wer veröffentlicht, fragt lebende Angehörige vorher.

Ein Aufbau, der trägt

  1. Einleitung: Wer hat die Chronik geschrieben, welche Linien umfasst sie, wie weit reicht sie?
  2. Übersicht: eine Tafel der Linie oder Ahnentafel, damit man sich nicht verliert – siehe Ahnentafel, Stammtafel, Stammbaum.
  3. Ein Kapitel je Generation oder je Ehepaar, von den ältesten Vorfahren bis heute oder umgekehrt.
  4. Anhang: Verzeichnis der Quellen, Abschriften wichtiger Einträge, Ortsverzeichnis.

Beginnen Sie klein: Eine gut belegte Linie über mehrere Generationen ist mehr wert als ein großer Baum voller Vermutungen.

Aus Daten Geschichten machen

Daten allein ergeben keine Chronik. Was die Einträge sonst erzählen:

Trennen Sie dabei sauber, was belegt ist, was erzählt wird und was Sie vermuten. Ein Satz wie „wahrscheinlich, weil …“ ist ehrlicher als eine glatte Geschichte.

Quellen richtig angeben

Die Diözesanarchive raten, zu jedem Eintrag den Aufbewahrungsort, die Pfarre, die Signatur des Buches und die Seite zu notieren. In einer Chronik gehört diese Angabe in eine Fußnote oder in den Anhang, bei Online-Bildern mit Link. So kann jedes Familienmitglied die Angabe später prüfen. Wie das bei Matricula aussieht, zeigt die Matricula-Anleitung.

Ein Beispiel mit einer erfundenen Familie: „Josef Steiner wurde am 2. November 1789 in Straßwalchen getauft, als Sohn des Johann Steiner, Bauer in Unterberg, und der Maria Rainer.“ Fußnote: Archiv der Erzdiözese Salzburg, Pfarre Straßwalchen, Taufbuch IV, S. 112, mit Link zum Bild.

Bilder aus Kirchenbüchern und Archiven

Ein Bild des Original-Eintrags macht eine Chronik anschaulich. Die Archive regeln aber selbst, wie ihre Bilder verwendet werden dürfen:

Quelle Was die Stelle selbst vorgibt
Matricula Bilder unter der Lizenz CC BY-NC-ND 2.0, keine kommerzielle Weiterverwertung. Wer mit Bildern oder Daten aus Matricula ein Druckwerk oder eine Online-Publikation erstellt, auch nur mit geringfügiger Verwendung, muss das zuständige Archiv bzw. die Diözese informieren; bei Druckwerken erheblichen Umfangs ein Belegstück, online genügt der Link. Bei einem nur für die Familie gedruckten Heft fragen Sie dort nach.
Matriken Tirol Online Bilder und Daten nur für wissenschaftliche und private Zwecke; Vervielfältigung, Veröffentlichung und Weitergabe an Dritte nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung der Diözese (Innsbruck bzw. Erzdiözese Salzburg). Auch eine PDF-Chronik, die Sie an Verwandte schicken, kann darunter fallen.
Tiroler Landesarchiv (eigene Bestände) Veröffentlichung von Reproduktionen nur mit Genehmigung des Archivs, mit Belegexemplaren.
Kriegsarchiv (Österreichisches Staatsarchiv) Laut Kriegsarchiv, Stand 1. September 2026: Reproduktionen unter CC BY-ND, Veröffentlichung kostenfrei; genaue Archivsignatur angeben, ein Belegexemplar an die Bibliothek des Staatsarchivs.
ANNO (Zeitungen) Die Nationalbibliothek macht kein eigenes Verwertungsrecht geltend; Rechte Dritter selbst klären; Titel, Datum, Seite und ANNO als Quelle angeben.
Kultusgemeinde Wien Matrikenbücher sind wegen ihres Erhaltungszustands von der Reproduktion ausgenommen; jede Veröffentlichung von Archivgut der Kultusgemeinde braucht die Genehmigung der Archivleitung.

Die Lizenz „ND“ heißt: keine Bearbeitungen. Ob schon ein Bildausschnitt als Bearbeitung gilt, klären Sie im Zweifel beim zuständigen Archiv.

Bei Ahnenkette erhalten Sie die Bilder der Einträge mit Ihrer Vollmacht als Bildausschnitte, für Ihren privaten Gebrauch. Wollen Sie Ihre Stammtafel oder Bilder weitergeben oder veröffentlichen, gelten die Regeln der Archive. Hinweise zur Quellenangabe stehen in unserem Forschungsbericht.

Familienfotos

Beschriften Sie Fotos mit wer, wann und wo, solange jemand die Gesichter kennt, und scannen Sie Vorder- und Rückseite – mehr dazu unter Fotos beschriften. Auch an alten Fotos können Rechte Dritter bestehen; klären Sie sie vor einer Veröffentlichung.

Datenschutz: Rücksicht auf Lebende

  • Verstorbene: Die Datenschutz-Grundverordnung gilt nicht für Daten Verstorbener. Rücksicht auf die Familie ist trotzdem angebracht, etwa bei unehelichen Geburten, Krankheiten oder Strafsachen.
  • Familienkreis: Die Verordnung gilt nicht für Verarbeitungen durch natürliche Personen „zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten“ (Art. 2 Abs. 2 lit. c). Eine Chronik, die nur in der Familie bleibt, dürfte darunter fallen. Das ist eine Einschätzung, keine Rechtsauskunft. Angaben zu Gesundheit oder Strafsachen lebender Verwandter lassen Sie auch im Familienkreis besser weg.
  • Veröffentlichung: Geht die Chronik ins Internet oder in den Buchhandel, reicht sie über den Familienkreis hinaus. Nennen Sie Lebende nur mit deren Zustimmung, oder lassen Sie die jüngsten Generationen weg.
  • Fotos von Lebenden gehören ohne Einverständnis nicht ins Netz.

Einen Anhaltspunkt geben die Sperrfristen der Kirchenbücher und Standesämter: 100 Jahre für Geburten, 75 für Trauungen, 30 für Sterbefälle – siehe Urkunden der Vorfahren bestellen.

Form und Weitergabe

  • Als PDF und gedruckt: Das PDF lässt sich an alle Verwandten schicken, ein gedrucktes Exemplar überdauert Dateiformate.
  • Mehrere Orte: Wie für Familienpapiere gilt: Eine Kopie sollte an einem anderen Ort liegen als das Original.
  • Weiterschreiben: Ein Abschnitt „offene Fragen“ lädt die nächste Generation ein, weiterzuforschen.

Häufige Fragen

Wie schreibe ich eine Familienchronik?

Ordnen Sie nach Generationen, beginnen Sie mit einer Übersicht, erzählen Sie in ganzen Sätzen und belegen Sie jede Angabe mit Fundstelle. Kennzeichnen Sie Vermutungen als solche.

Darf ich Bilder aus Matricula in meiner Familienchronik verwenden?

Kommerzielle Verwertung ist nicht erlaubt. Wer mit Bildern oder Daten aus Matricula ein Druckwerk oder eine Online-Publikation erstellt, auch nur geringfügig, muss das Archiv bzw. die Diözese informieren; online genügt als Quellenangabe der Link. Bei einem nur für die Familie gedruckten Heft fragen Sie dort nach.

Darf ich Bilder aus Matriken Tirol Online veröffentlichen?

Bilder und Daten dürfen nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung der Diözese (Innsbruck bzw. Erzdiözese Salzburg) vervielfältigt, veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben werden – das kann schon eine PDF-Chronik für Verwandte betreffen. Erlaubt ist die Nutzung für wissenschaftliche und private Zwecke.

Darf ich lebende Verwandte in der Chronik nennen?

In einer Chronik, die ausschließlich in der Familie bleibt, dürfte die Datenschutz-Grundverordnung nicht gelten – eine Einschätzung, keine Rechtsauskunft; Gesundheits- und Strafdaten lassen Sie trotzdem weg. Für eine Veröffentlichung fragen Sie die Betroffenen vorher oder lassen die jüngsten Generationen weg.

Darf ich die Bilder von Ahnenkette veröffentlichen?

Wir liefern die Bilder der Einträge als Ausschnitte für Ihren privaten Gebrauch. Für Weitergabe oder Veröffentlichung gelten die Regeln des jeweiligen Archivs. Hinweise zur Quellenangabe stehen in unserem Forschungsbericht.

Wie gebe ich Quellen in einer Chronik an?

Mit Aufbewahrungsort, Pfarre, Signatur des Buches und Seite, bei Online-Bildern mit Link – in einer Fußnote oder im Anhang.

Die belegte Grundlage für Ihre Chronik

Unser Ergebnis ist ein guter Grundstock: Stammtafel in A3, Belegdossier mit Abschrift, Übersetzung und Fundstelle zu jedem Eintrag, Forschungsbericht – über bis zu 8 Generationen ab Ihnen. Für Paare gibt es die Paar-Tafel mit beiden Familien.

Ahnenlinie bestellen So sieht das Ergebnis aus