Gräber von Vorfahren finden: Grabsuche, Ruhefristen und Grabsteine
Wo liegen meine Urgroßeltern begraben, und gibt es das Grab noch? Diese Seite zeigt, wie Sie Gräber von Vorfahren finden: über das Sterbebuch, die Online-Suchen der Friedhofsverwaltungen und die Grabsteine selbst – und warum alte Gräber oft nicht mehr bestehen.
Erst ins Sterbebuch
Sterbebücher verzeichnen den Todesfall und den Begräbnisort. Mit dem Sterbedatum aus dem Kirchenbuch oder einer Urkunde wissen Sie, auf welchem Friedhof Sie suchen müssen und in welchem Zeitraum. Wie Sie den Eintrag finden, zeigt Taufbuch, Trauungsbuch, Sterbebuch; für jüngere Sterbefälle, die noch nicht online sind, Urkunden der Vorfahren bestellen. Auch Sterbebilder und Parten nennen oft den Friedhof, siehe Elternhaus ausräumen.
Grabsuche im Netz
Eine österreichweite Grabsuche gibt es nicht; jede Friedhofsverwaltung entscheidet selbst. Einige Beispiele, so wie die Verwaltungen sie beschreiben:
| Wo | Was die Suche umfasst |
|---|---|
| Friedhöfe Wien | Verstorbenensuche für die Friedhöfe der Friedhöfe Wien GmbH, ausgenommen die konfessionellen Friedhöfe |
| Israelitische Kultusgemeinde Wien | Online-Datenbank der jüdischen Friedhöfe mit Bestattungen bis 1945; für spätere Sterbefälle Anfrage bei der Friedhofsverwaltung |
| Stadt Salzburg | Gräbersuche für die sechs städtischen Friedhöfe nach Name oder Grabnummer und Bestattungsjahr; seit 1993 elektronisch vollständig, ältere Bestattungen umso lückenhafter, je weiter sie zurückliegen |
Für Wien nennt das Wien Geschichte Wiki zusätzlich die Suche der evangelischen Friedhöfe. Eine Übersicht über weitere Grabsuchen in Österreich – von Graz und Innsbruck bis zu einzelnen Gemeinden – stellt der Verein Familia Austria zusammen. Wo es keine Online-Suche gibt, hilft die Pfarre oder die Gemeinde als Friedhofsträger.
Für Wien gibt es weitere Verzeichnisse der Verstorbenen, etwa die Totenbeschauprotokolle und die Sterbelisten der Wiener Zeitung, siehe Ahnenforschung Wien und Alte Zeitungen in ANNO. Kriegsgräber des Ersten Weltkriegs: siehe Vorfahren im Ersten Weltkrieg.
Wie lange ein Grab besteht
Ein Grab gehört nicht der Familie; man erwirbt ein Benützungsrecht auf Zeit. Die Regeln legt jeder Friedhofsträger fest. Zwei Beispiele aus den Friedhofsordnungen:
| Friedhöfe Wien | Städtische Friedhöfe Innsbruck | |
|---|---|---|
| Ruhefrist | mindestens zehn Jahre ab dem Bestattungstag | Erdgrab 10 Jahre (Holzsarg) bzw. 20 Jahre (Metallsarg), Gruft 25 bzw. 50 Jahre, Urne im Erdgrab 10 Jahre |
| Benützungsrecht | ohne andere Vereinbarung zehn Jahre | mindestens 10 Jahre, auf Antrag 20 Jahre, bei Grüften 50 Jahre |
| Nach Ablauf | Das Recht endet automatisch; die Familie wird verständigt, danach ein Hinweis am Grab angebracht. Die Grabausstattung geht an die Friedhöfe Wien über. | Ruhefrist = Zeit, in der ein Grab nicht aufgelöst oder neu belegt werden darf |
Für die Ahnenforschung heißt das: Ein Grab aus dem 19. Jahrhundert besteht nur, wenn es über Generationen verlängert wurde. Fragen Sie bei der Friedhofsverwaltung nach, ob und bis wann das Grab besteht.
Was ein Grabstein verrät
- Namen und Daten mehrerer Generationen, wenn ein Familiengrab nachbelegt wurde.
- Hof- und Berufsnamen, siehe Hofnamen und Vulgonamen und Alte Berufe.
- Fotos auf Porzellan, die es sonst nirgends gibt.
- Zeichen wie † für gestorben, siehe genealogische Zeichen.
Fotografieren Sie den ganzen Stein und jede Inschrift einzeln. Notieren Sie Friedhof, Lage und Datum der Aufnahme. GenTeam bietet nach kostenloser Anmeldung auch Datenbanken zu Grabsteinen.
Ein Beispiel mit einer erfundenen Familie: Auf dem Pfarrfriedhof steht noch das Grab der Familie Steiner vom Unterberg. Der Stein nennt vier Personen mit Geburts- und Sterbejahr. Damit lassen sich die Einträge im Sterbebuch gezielt aufschlagen – und eine Tochter, von der die Familie nichts mehr wusste, taucht wieder auf.
Wenn das Grab nicht mehr besteht
- Sterbebuch der Pfarre: Tod und Begräbnis sind dort verzeichnet, auch wenn das Grab längst neu vergeben ist.
- Friedhofsbücher und Grabbücher der Verwaltung oder Pfarre: Manche reichen weit zurück und nennen die Grablage. Fragen Sie nach.
- Fotos und Sterbebilder aus der Familie.
- Gedenkbücher und Kriegerdenkmäler für Gefallene.
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, wo meine Vorfahren begraben sind?
Zuerst im Sterbebuch, das den Begräbnisort nennt. Dann in der Verstorbenensuche der Friedhofsverwaltung, sofern es eine gibt, oder mit einer Anfrage bei Pfarre oder Gemeinde.
Gibt es eine Grabsuche für ganz Österreich?
Nein. Jede Friedhofsverwaltung entscheidet selbst; eine Übersicht über bestehende Suchen bietet Familia Austria.
Wie lange bleibt ein Grab bestehen?
Solange das Benützungsrecht läuft und verlängert wird. In Wien beträgt die Ruhefrist mindestens zehn Jahre, in Innsbruck je nach Grab und Sarg 10 bis 50 Jahre.
Wo finde ich jüdische Gräber in Wien?
In der Friedhofsdatenbank der Israelitischen Kultusgemeinde Wien für Bestattungen bis 1945; für spätere Sterbefälle bei der Friedhofsverwaltung der Kultusgemeinde.
Was passiert mit einem Grab, das niemand verlängert?
Das Benützungsrecht endet. In Wien wird die Familie verständigt und ein Hinweis am Grab angebracht; danach kann das Grab neu vergeben werden, und die Grabausstattung geht an den Friedhof über.
Darf ich Grabsteine fotografieren und veröffentlichen?
Für die eigene Familienforschung ist ein Foto ein gutes Hilfsmittel. Bei jüngeren Gräbern geht es um Lebende und ihre Angehörigen: Fragen Sie vor einer Veröffentlichung die Familie.
Sterbedaten aus dem Kirchenbuch
Wir erforschen Ihre Ahnenlinie über bis zu 8 Generationen ab Ihnen, mit Sterbedatum und Begräbnisort, soweit im Sterbebuch verzeichnet – jeder Eintrag mit Fundstelle. So wissen Sie, auf welchem Friedhof Sie suchen können.